Die Haut, die knistert: der B.C. Roll aus Vancouver
Stellen Sie sich vor: Man öffnet den Grill, und die Haut eines Lachses, dem das Fett abgelaufen ist, knistert leise. Der Reis ist locker, die Gurke kalt. Der Schnitt zeigt außen den Reis, innen den Nori und in der Mitte die gegrillte Haut. Eine Sushirolle, die man zu kennen glaubt, deren Hauptdarsteller aber ein wenig überrascht.
Der B.C. Roll ist eine Sushirolle, die aus der japanischen Esskultur in British Columbia im Westen Kanadas entstanden ist, besonders in Vancouver. Auf der offiziellen Seite des Restaurants Tojo's wird er als Roll mit gegrillter Lachshaut beschrieben. Wenn Sie ein Filet mit Haut gekauft haben und die Haut abziehen und wegwerfen wollten, halten Sie hier inne: In diesem Gericht wird sie knusprig gegrillt und verwendet.
Schwierig ist zu Hause nicht ein seltenes Gewürz. Es kommt darauf an, den Sushireis nicht zu dick aufzutragen, kein Wasser in der Gurke zu lassen und die Haut zu grillen statt zu dämpfen. Fehlt eines davon, lässt sich die Rolle zwar rollen, verliert aber an Geschmack und Biss.
Diese Hausversion verwendet keinen rohen Fisch: Der Lachs mit Haut wird vollständig gegart. Der Geschmack beruht auf der „gegrillten Lachshaut" aus der Beschreibung von Tojo's, und etwas Fleisch kommt dazu, damit es sich leichter isst und weniger weggeworfen wird. Man trennt ihn von Nigiri mit rohem Fisch und von Gerichten, die Aal einrollen.
Hinter dem Namen: warum der Nori innen liegt
B.C. steht für British Columbia. Liest man nur den Namen, könnte man an ein Regionalgericht denken, das irgendwo in Kanada seit jeher gegessen wird; tatsächlich ist es eine japanische Sushirolle, die an die Zutaten und die Kundschaft Vancouvers angepasst wurde.
Laut dem B.C. Food History Network zog der aus Kagoshima stammende Koch Hidekazu Tojo 1971 nach Vancouver, arbeitete in örtlichen Sushi-Restaurants und eröffnete 1988 sein eigenes Lokal. Das Netzwerk stellt seinen B.C. Roll als Version vor, in der gegrillte Lachshaut den traditionellen Anago ersetzt. Auch Tojo's selbst nennt den Umzug nach Vancouver 1971 und zählt den B.C. Roll zu seinen Kreationen.
Interessant ist, dass die Haut kein bloßer Ersatz ist. An der Pazifikküste British Columbias ist Lachs eine vertraute Zutat. Wird die Haut gegrillt, tritt Fett aus, und es entsteht ein kräftigeres Röstaroma als beim Fleisch. Dazu kommt Gurke, der Nori liegt innen, der Reis außen. Die Idee: den ungewohnten Nori verstecken und zuerst den Duft des gegrillten Fischs und die süßsäuerliche Note des Reises schmecken lassen.
Das Sushi in Vancouver ist keine unverändert importierte japanische Form. Ein Beitrag der UBC zur Esskultur stellt japanisch-kanadische Geschäfte und Restaurants als Orte vor, an denen japanische und örtliche Zutaten hin- und hergingen. Auch historische Unterlagen der Regierung von British Columbia berichten, wie japanische Restaurants und Cafés Teil des Lebens in den Städten und kleinen Orten der Provinz wurden.
Man muss den B.C. Roll also nicht daraufhin beurteilen, ob er „echtes japanisches Sushi" ist. Er ist eine kanadische Sushirolle, entstanden aus dem Leihen von japanischem Reis, Nori und der Technik des Sushireises, angepasst an den örtlichen Lachs und den Geschmack der Essenden. Zu Hause kommt es nicht darauf an, die Herkunft des Namens zu schmücken, sondern den Duft der gegrillten Haut und den Biss einer Inside-out-Rolle zu bewahren.

Beide sind Inside-out-Rollen mit dem Reis außen, doch die California Roll beruht auf Krabbe, Avocado und Gurke. Der B.C. Roll stellt die gegrillte Lachshaut in den Mittelpunkt. In einer Hausversion kann man Avocado ergänzen, im einfachen B.C. Roll muss sie aber nicht von Anfang an dabei sein.
Zutaten: die Lachshaut als Hauptdarstellerin
Menge für 4 Rollen mit je 8 Stücken, aufgeteilt auf 4 Personen. Den Reis etwas fest garen und, sobald er gar ist, den Würzessig zugeben, solange er heiß ist. Auch die Grundanleitung für Sushireis von Kikkoman folgt dieser Reihenfolge: Reis einweichen, kochen, den Würzessig über den heißen Reis geben und mit dem Reisspatel schneidend untermischen.

Der Lachs wird nicht nur an der Haut, sondern bis in die Mitte des Fleisches gegart. Die FDA empfiehlt, Fisch auf eine Kerntemperatur von 145 °F, also etwa 63 °C, zu erhitzen. Wer rohen Fisch verwenden möchte, verlässt den Rahmen dieses Hausrezepts. Schwangere, ältere Menschen, Kinder und Menschen mit geschwächtem Immunsystem sollten zudem die Hinweise von Health Canada zum Verzicht auf rohen Fisch beachten.
Zum Vergleich mit einem Gericht, bei dem der Fisch nicht gegart, sondern durch Säure „gegart" wird, ist das Ceviche aus Peru ein weiterer Einstieg. Der B.C. Roll lebt aber vom Duft der gegrillten Lachshaut: Auch wenn es beide Male Fisch ist, denkt man Sicherheit und Textur getrennt.
Einkauf: das Meiste findet sich in der Nähe, Zusätze nur, wenn Sie sie verwenden
Lachs, Gurke, Reis, Nori und Reisessig sucht man zuerst im gewöhnlichen Supermarkt. Für den B.C. Roll muss man keinen teuren Fisch bestellen. Ein Filet mit Haut genügt. Gibt es nur Filets ohne Haut, gehen Sie zu „Einsteigen oder verzichten" weiter unten: Das Rezept auf einen anderen Tag zu verschieben, ist ebenfalls richtig.
Mögliche Zusätze sind Sesamöl und weißer Sesam. Keines von beiden ist für den B.C. Roll Voraussetzung, aber sie ergänzen den Duft der Haut und legen ein Röstaroma außen um den Reis. Da sie auch für das koreanische Gimbap (auf Japanisch) dienen, nehmen Sie sie nur, wenn Sie sie nach der ersten Rolle weiterverwenden.
Wer die kanadische Küche breiter lesen möchte: Im Gegensatz zum B.C. Roll der Pazifikküste ist das Fricot (auf Japanisch) aus Akadien im Osten ein Topfgericht, bei dem man zusammenkommt. Das Röstaroma des Lachses und die Hühnerbrühe gehen in verschiedene Richtungen, doch man kann beide als Gerichte vergleichen, die am Tisch von Menschen entstanden, die weitergezogen sind.

Der einfache B.C. Roll lässt sich ganz ohne Zusatzkäufe machen.
Zubereitung: den Reis nicht zu stark abkühlen, die Haut aber schon
Der Sushireis wird heiß gewürzt und kühlt bis zum Rollen so weit ab, dass man ihn mit der Hand anfassen kann. Die Lachshaut dagegen schneidet man erst, nachdem sie ein wenig abgekühlt ist. Heiß gibt sie Fett ab und macht den Nori feucht.
Rolltipps: Misserfolg zeigt sich eher am Wasser als am Geschmack

Fehler beim B.C. Roll lassen sich nicht beheben, indem man die Füllung stärker würzt. Wirksamer ist es, vor dem Rollen Feuchtigkeit und Temperatur anzugleichen.
| Problem | Wahrscheinliche Ursache | Korrektur |
|---|---|---|
| Der Nori reißt | Reis zu heiß, Gurke nass | Den Reis abkühlen lassen, bis man ihn anfassen kann, die Gurke mit Küchenpapier abtupfen |
| Das Rollenende öffnet sich | Reis bis zum oberen Rand ausgebreitet, erste Runde zu locker | Oben 2 cm frei lassen und nahe am vorderen Rand einmal festziehen |
| Die Haut ist hart und schwer zu kauen | Zu stark gegrillt, Streifen zu breit | Die Haut auf 8 mm Breite schneiden und nur in Schritten von 1 Minute nachgaren |
| Die Schnittfläche wird gequetscht | Messer nach unten gedrückt, Reis klebt an der Klinge | Ziehend schneiden und die Klinge bei jedem Schnitt abwischen |
| Zu wenig Geschmack | Zu stark auf die Dippsauce vertraut | 1 g mehr Salz in den Sushireis oder die Sojasauce im Schälchen dazureichen |
Für die Sauce genügt es, 40 g Mayonnaise, 8 g Chilisauce und 10 ml Zitronensaft zu verrühren. Für 4 Rollen reichen 30 Sekunden mit dem Löffel.
Varianten, Aufbewahren und häufige Fragen
Der Spielraum für Abwandlungen, die den Namen B.C. Roll wahren, ist erstaunlich groß. Doch wenn man die Füllung ändert, gibt es eine Grenze, ab der es eine andere Sushirolle wird.

Grundsätzlich liegt die Haut im Kern, doch um den Duft am Tisch zu zeigen, kann man auch etwas gegrillte Haut obenauf legen. Das ändert nur das Aussehen: Rollen und Aufbewahren bleiben gleich.
Näher am Original: nur die Haut im Kern
Um der Beschreibung von Tojo's näherzukommen, macht man die Haut zur Hauptsache und gibt kein Fleisch dazu. Die Haut in 8 mm breite Streifen schneiden, so lang wie die Gurke. Der Duft wird stärker und der Unterschied im Biss deutlicher. Hat das Filet wenig Haut, nehmen Sie statt 4 nur 2 Rollen und machen den Kern nicht zu dick: So rollt es sich leichter.
Für zu Hause: Haut und Fleisch zusammen
Das ist das Rezept oben. Für alle, denen die Haut allein schwer fällt, rundet ein wenig Fleisch den Lachsgeschmack ab. Zu viel Fleisch führt zu einer gewöhnlichen Lachsrolle: Legen Sie nur eine dünne Schicht Fleisch zwischen Haut und Gurke.
Kann man Avocado ergänzen?
Ja. Machen aber Avocado und Lachs die Hauptsache aus, ist es eher eine Lachsrolle nach kanadischer Art als ein B.C. Roll. Die Avocado in Stäbchen von 8 mm Kantenlänge und 8 cm Länge schneiden und dazugeben, dabei die Gurke um die Hälfte verringern. Da dies ein weiches, fettes Element hinzufügt, ist es wichtig, die Lachshaut nicht zu stark zu grillen.
Geht es mit rohem Lachs oder Lachs in Sashimi-Qualität?
Dieser Artikel rät davon ab. Der Ursprung des B.C. Roll verlangt keinen rohen Fisch: Der Geschmack beruht auf der gegrillten Haut. Auch wenn man Fisch in Sashimi-Qualität kauft, erreicht ein Stück ohne Haut nicht die Textur dieses Artikels. Für rohen Fisch gelten andere Bedingungen für Lagerung und Hygiene: Die Hausversion verwendet ein Filet mit Haut zum Garen, durchgegart bis in die Mitte.
Kann man gegrillten Aal (Unagi Kabayaki) verwenden?
Man kann ihn einrollen, aber dann entsteht eine Aalrolle. Das Besondere am B.C. Roll ist, dass statt Anago die Haut des örtlichen Lachses verwendet wird. Die süße Aalsauce passt gut zum Sushireis, doch es ist für den Leser freundlicher, nicht auch den Namen des Gerichts zu ersetzen.
Kann man es vorbereiten?
Die Rolle schmeckt am besten am selben Tag. Die Gurke gibt Wasser ab, der Reis zieht an, und im Kühlschrank wird der Sushireis hart. Bleibt etwas übrig, geben Sie es innerhalb von 2 Stunden in ein flaches Gefäß in den Kühlschrank und essen es vor dem nächsten Tag. Teller und Messer, die für den gegrillten Lachs gedient haben, halten Sie getrennt von Geräten, die mit rohem Fisch in Kontakt waren, oder spülen sie vor dem Weiterverwenden mit Spülmittel. Health Canada rät, für rohe Meeresfrüchte und gegarte Speisen nicht denselben Teller und dieselben Geräte zu verwenden und Reste innerhalb von 2 Stunden zu kühlen.
Verwendet werden weißer Sesam, Fisch, Nori, Mayonnaise mit Ei und Sojasauce, die Soja enthält. Zutaten und Produktionslinien unterscheiden sich je nach Produkt: Bei Nahrungsmittelallergien prüfen Sie die Etiketten, auch von Nori, Chilisauce und Mayonnaise.
Einsteigen oder verzichten
Finden Sie Lachs mit Haut in der Nähe und können Nori und Sushireis am selben Tag vorbereiten, lohnt sich das Rezept ganz ohne besonderes Werkzeug. Es eignet sich für alle, die den Duft gegrillter Haut mögen.
Gibt es dagegen nur Filets ohne Haut und möchten Sie die Rolle nur einmal ausprobieren, müssen Sie keine weiteren Zutaten suchen. Eine einfache Lachsrolle, handgerollte Temaki oder eine Schale Reis mit gegrilltem Lachs ersparen Ihnen Einkauf und Abwasch. Das Rezept an einem Tag auszulassen, ist ebenfalls eine Entscheidung, die zum guten Gelingen beiträgt.
Quellen
- Tojo's Restaurant, „About Chef Tojo" (Erläuterung zum B.C. Roll, zur gegrillten Lachshaut und zum Umzug nach Vancouver; abgerufen im Juli 2026)
- British Columbia Food History Network, „Sushi in British Columbia" (Ursprung des B.C. Roll, Inside-out-Roll, japanisch-kanadische Esskultur; abgerufen im Juli 2026)
- University of British Columbia, „Japanese Foodscape in Vancouver" (Hintergrund zu japanischen Restaurants in Vancouver und Einwanderermärkten; abgerufen im Juli 2026)
- Government of British Columbia, „Japanese Canadian Historic Places" (Geschichte japanischer Restaurants und Cafés in B.C.; abgerufen im Juli 2026)
- Kikkoman, „So gelingt Sushireis" (auf Japanisch; Einweichen des Reises, Würzessig, schneidend mischen; abgerufen im Juli 2026)
- FDA, „Selecting and Serving Fresh and Frozen Seafood Safely" (Gartemperatur von Fisch; abgerufen im Juli 2026)
- Health Canada, „Safe food handling in the home" (Kreuzkontamination, Kühlung, Verzicht auf rohen Fisch bei Risikogruppen; abgerufen im Juli 2026)
Die Nährwertangaben sind eine Schätzung für die obigen Mengen, aufgeteilt auf 4 Personen. Sie schwanken je nach Produkt und Fettgehalt des Lachses.











