Fertige Fideuà mit Meeresfrüchten in einer flachen Paellapfanne
Vorbereitung25 Min.
Garzeit35 Min.
Portionen4 Portionen
KücheSpanisch, valencianische Küche

Fideuà: die „Nudel-Paella“ von der Küste Valencias

Fideuà, das Nudelgericht der valencianischen Küste: der Gedanke des offiziellen Rezepts aus Gandia, Ersatz für Fideo-Nudeln, Fischfond, Safran, Hitze in der Pfanne, Meeresfrüchte zurück in die Pfanne, Aioli und Aufbewahrung.

Gesamt: 1 Std.Schwierigkeit: Mittel

Cooking flow

Zubereitung

STEP 11 / 8

Die Nudeln brechen und rösten

4 min

Kurze Fideo-Nudeln werden in einer flachen Pfanne geröstet
Röstet man die kurzen Nudeln zuerst in Öl, bleibt der Röstgeschmack auch nach dem Aufsaugen des Fonds

300 g Trockennudeln in 2 bis 3 cm lange Stücke brechen. 2 EL Olivenöl in eine flache Pfanne geben, bei mittlerer Hitze 1 Minute erhitzen und dann die Nudeln hinzufügen. Etwa 3 Minuten unter Ausbreiten mit dem Holzspatel rösten; zeigen sich überall feine hellbraune Streifen und steigt ein Duft nach trockenem Weizen auf, herausnehmen. Aufhören, bevor sich schwarze Brandpunkte häufen.

STEP 22 / 8

Die Meeresfrüchte anbraten und herausnehmen

5 min

Garnelen, Tintenfisch und Weißfisch werden in einer flachen Pfanne angebraten
Die Meeresfrüchte zuerst anbraten, um Aroma zu gewinnen, und herausnehmen, bevor sie hart werden

Die Garnelen entdarmen, 250 g Weißfisch in 3-cm-Würfel und 200 g Tintenfisch in 1 cm breite Ringe schneiden. 1 EL Olivenöl in die Pfanne geben und Garnelen, Tintenfisch und Weißfisch insgesamt 5 Minuten bei mittlerer Hitze anbraten. Sind die Garnelenschalen rot und hat der Weißfisch an der Oberfläche Farbe, auf einen Teller nehmen. Nicht ganz bis zur Mitte durchgaren: Lassen Sie Spielraum für später.

STEP 33 / 8

Das Tomaten-Sofrito einkochen

6 min

Tomate und Knoblauch werden in einer flachen Pfanne eingekocht
Die Tomate einkochen, bis die Flüssigkeit verdampft ist und rotes Öl austritt

In dieselbe Pfanne 1 EL Olivenöl und 2 gehackte Knoblauchzehen geben und 30 Sekunden bei schwacher bis mittlerer Hitze anbraten. Steigt der Duft auf, 180 g geriebene Tomate und 1 TL geräuchertes Paprikapulver hinzufügen und etwa 5 Minuten 30 Sekunden bei mittlerer Hitze einkochen. Richtwert: Streicht man mit dem Holzspatel über den Pfannenboden, tritt rotes Öl aus, und das Wässrige der Tomate ist verschwunden.

STEP 44 / 8

Den warmen Fond eingießen

3 min

Warmer Meeresfrüchtefond wird über die Nudeln der Fideuà gegossen
Den warmen Fond eingießen und die Nudeln auf eine Dicke von fast einer Schicht ausbreiten

In einem anderen Topf oder hitzefesten Gefäß 850 ml Meeresfrüchtefond auf 70 bis 80 °C erwärmen, eine Prise Safran hineingeben und 2 Minuten ziehen lassen. Die gerösteten Nudeln in die Pfanne zurückgeben, 1 TL Salz und etwas schwarzen Pfeffer hinzufügen. Bei mittlerer Hitze den warmen Fond auf einmal eingießen und die Nudeln nur einmal flach verteilen. Kalter Fond braucht lange bis zum erneuten Aufkochen und macht die Nudeln leicht schwer.

STEP 55 / 8

Bei starker Hitze den Fond aufsaugen lassen

8 min

Kurze Nudeln kochen bei starker Hitze im Fond
Während des Kochens bei starker Hitze nicht rühren, sondern auf Blasen und Abnahme der Flüssigkeit achten

Auf starke Hitze stellen und 8 Minuten garen, wobei die Oberfläche leise sprudelt. Die Nudeln nicht rühren; ist die Hitze ungleichmäßig, die Pfanne nur etwas drehen. Werden die Blasen am Rand größer, sind die Nudelspitzen stellenweise zu sehen und glänzt die Oberfläche vom Fond, läuft es gut. Verschwindet die Flüssigkeit zu früh, jeweils 2 EL warmen Fond oder heißes Wasser ergänzen.

STEP 66 / 8

Die Meeresfrüchte zurückgeben und fertig garen

6 min

Die Meeresfrüchte werden auf die Nudeln der Fideuà zurückgelegt und gegart
In der zweiten Hälfte zurückgegeben, werden die Meeresfrüchte weniger hart, und die Nudeloberfläche bricht weniger

Die Hitze auf mittlere Stufe senken und die beiseitegestellten Garnelen, Tintenfisch und Weißfisch auf die Nudeln zurücklegen. Ohne Überlappen verteilen und etwa 6 Minuten garen. Garnelen und Tintenfisch sind gar, wenn sie undurchsichtig sind, der Weißfisch, wenn die Mitte etwa 63 °C erreicht hat oder das Fleisch zart zerfällt. Nicht den Pfannenboden abkratzen, die Zutaten nur obenauf legen.

STEP 77 / 8

Den Boden aromatisch trocknen

2 min

Nudeln der Fideuà werden bei mittlerer bis starker Hitze getrocknet, damit der Boden aromatisch wird
Zum Schluss kurz rösten, um einen aromatischen, nicht verbrannten Boden zu bekommen

Ist fast keine Flüssigkeit mehr zu sehen, auf mittlere bis starke Hitze stellen und den Boden etwa 2 Minuten rösten. Knistert es trocken vom Pfannenboden, haften die Nudeln locker aneinander, richten sich ihre Spitzen etwas auf und entsteht ein Röstduft, aufhören. Riecht es verbrannt, sofort ausschalten. Nicht mit dem Spatel rühren, um es zu prüfen; heben Sie den Pfannenrand etwas an und urteilen Sie nach dem Duft.

STEP 88 / 8

Ruhen lassen und mit Aioli servieren

5 min

Fideuà mit Meeresfrüchten, unter einem Tuch ruhend
Nach 5 Minuten Ruhe beruhigen sich die Nudeln, und der geröstete Boden lässt sich leichter verteilen

Die Hitze ausschalten, locker ein sauberes Tuch oder Alufolie auflegen und 5 Minuten ruhen lassen. Die Oberfläche der Nudeln beruhigt sich, und der Röstduft des Bodens verteilt sich über das Ganze. Mit einem einfachen Aioli aus 80 g Mayonnaise, 1/4 geriebener Knoblauchzehe, 1 TL Zitronensaft und 1 TL Olivenöl servieren und direkt aus der Pfanne verteilen.

0 / 0
Ingredients

Zutaten

1 / 1

Zutaten

Zutat Menge Ersatz & Hinweise
Fideos oder dünne Trockennudeln 300 g In Gandia gilt Fideo Nr. 4 als Standard. Ersatzweise Capellini oder dünne Spaghetti in 2 bis 3 cm lange Stücke brechen
Garnelen mit Kopf 8 bis 10 (etwa 250 g) Ohne Kopf 200 g. Mit Schale geben sie dem Fond mehr Aroma
Tintenfisch 200 g Der Körper in 1 cm breiten Ringen. Gefrorenen auftauen und trocken tupfen
Weißfisch 250 g Kabeljau, Dorade, Wolfsbarsch usw. In 3-cm-Würfel geschnitten
Meeresfrüchtefond 850 ml Fertiger Meeresfrüchtefond, leichter Fumet oder Fond aus Garnelenschalen. Bei stark salzigem Fond weniger Salz
Reife Tomate 1 (etwa 180 g) Gerieben. 120 g gewürfelte Tomaten gehen auch
Knoblauch 2 Zehen Gehackt
Safran Eine Prise (0.1 g) Nur für die Farbe kann eine Messerspitze Kurkuma ihn ersetzen. Das Aroma ist ein anderes
Geräuchertes Paprikapulver 1 TL Süßes Pimentón passt gut. Bei scharfem mit 1/2 TL beginnen
Olivenöl 4 EL Reichlich, um Nudeln und Meeresfrüchte anzubraten
Salz 1 TL Nach dem Salzgehalt des Fonds anpassen
Schwarzer Pfeffer Etwas Weißer Pfeffer geht auch
Petersilie 1 Zweig Gehackt. Zum Anrichten
Zitrone 1/2 In 4 Spalten geschnitten
Mayonnaise für einfaches Aioli 80 g Mit 1/4 Knoblauchzehe, 1 TL Zitronensaft und 1 TL Olivenöl vermischen
0 / 0

Fideuà: ein Meeresfrüchtegericht, bei dem die Nudeln am Pfannenboden knuspern

An einem Wochenendmittag gibt man kurze Nudeln in die Pfanne und wendet sie mit einem Holzspatel, und ein trockener Weizenduft steigt auf. Noch sind weder Meeresfrüchte noch Fond dabei, und doch rückt die Küche dem Meer schon ein Stück näher. Die Fideuà ist ein Gericht, das schon mit diesem ersten Röstduft Freude macht.

Fideuà (Fideuà / Fideuada) ist ein Meeresfrüchtegericht mit kurzen Nudeln, eng verbunden mit der valencianischen Küste im Osten Spaniens, besonders mit der Gegend um Gandia. Das Aussehen erinnert an die Paella valenciana (auf Japanisch), doch die Hauptrolle spielt nicht Reis, sondern kurze Trockennudeln, die Fideos heißen. In einer flachen Pfanne vereint man Meeresfrüchte, Tomate, Safran und Fischfond und lässt am Ende die Flüssigkeit verdampfen, damit ein aromatischer, knuspriger Boden entsteht. Wer sie zu Hause kocht, sollte vorher klären, wie sich die Konturen des offiziellen Rezepts vor Ort mit leicht erhältlichen Meeresfrüchten vereinbaren lassen; sonst wird sie nur zu einer gewöhnlichen Meeresfrüchte-Pasta.

Man nennt sie manchmal „Nudel-Paella“. Sie als in Brühe gekochte Pasta zu verstehen, trifft es aber nicht ganz. Die Nudeln zuerst in Öl rösten, damit sie Aroma entwickeln, die Meeresfrüchte nicht übergaren und die Nudeln nach dem Eingießen des Fonds kaum noch bewegen: Diese drei Punkte entscheiden, ob man sich zu Hause der Art vor Ort annähert.

Für ein spanisches Menü passen als kalte Vorspeise ein Gazpacho und für kalte Tage ein großer Topf Cocido madrileño (auf Japanisch); so werden die Temperaturunterschiede der spanischen Küche sichtbar. Zum leichten Abschluss stören ein paar Catànies, Mandelgebäck aus dem Penedès, den Nachhall der Meeresfrüchte nicht. Die Fideuà ist darunter ein ausgesprochenes Feiertagsgericht: Man teilt den Duft der Meeresfrüchte und die Röstkruste der Nudeln in der Mitte des Tisches.

Unser Ansatz

Wir behalten den Gedanken von Fideo, Safran und flacher Pfanne bei, passen ihn aber an leicht erhältliche Meeresfrüchte und Trockennudeln an. Ohne spezielle Fideos können Sie dünne Spaghetti oder Capellini in 2 bis 3 cm lange Stücke brechen. An Tagen, an denen Sie sich dem offiziellen Rezept aus Gandia nähern wollen, lassen Sie den Tintenfisch weg und machen Seeteufel (Weißfisch) und Garnelen zu den Hauptdarstellern. Als Hausversion erleichtert ein wenig Tintenfisch den Einkauf und bringt das Fondaroma leichter zur Geltung.

Hintergrund: ein Nudeltopf aus dem Hafen von Gandia

Verfolgt man die Fideuà zurück, gelangt man nach Gandia in der Region Valencia, genauer in den Hafenort Grau. Die offizielle Website von Gandia stellt die Fideuà als Gericht dar, das aus mediterraner Tradition und dem Leben im Hafen gewachsen ist. Die am häufigsten erzählte Herkunft ist, dass auf den Fischerbooten statt Reis Nudeln verwendet wurden. Im Einzelnen gibt es mehrere Versionen, aber wenn man die Kombination aus Fond, Meeresfrüchten und flacher Pfanne an Bord bedenkt, versteht man sie eher als Gericht, das aus der Verpflegung am Meer gewachsen ist, denn als üppiges Restaurantgericht.

Orientiert man sich an der offiziellen „Fideuà de Gandia“, ist die Grenze bei den Zutaten ziemlich klar. Im offiziellen Rezept des Vereins für gastronomische Kultur sind Fideo Nr. 4, Kaisergranat, Garnelen, Seeteufel, Knoblauch, Tomate, Paprikapulver, geriebene Zwiebel, Safran, Olivenöl und Fischfond die Hauptzutaten. Nach den Wettbewerbsregeln fällt aus dem offiziellen Rezept heraus, wer nicht vorgesehene Fische, Tintenfisch oder Sepia hinzufügt. Das ist ein Punkt, den man bei einem Gericht, das sich leicht mit „man kann alle Meeresfrüchte hineintun“ erklären lässt, zuerst klarstellen sollte.

Andererseits ist die Praxis in Haushalten und Lokalen der Region etwas breiter. In einem Lokalartikel von Cadena SER vom 8. Juni 2026 sieht man Köche aus Gandia vor dem Wettbewerb Salz, Krustentieraroma und das Eingießen des Fonds ausprobieren. In einem anderen Lokalartikel heißt es, dass die Vorlieben je nach Haushalt bei Tintenfisch, Sepia, Garnelen, dünnen und dicken Nudeln auseinandergehen. Es gibt also eine offizielle Achse, aber auch Anpassungen im Topf jeder Familie.

Zu Hause muss nicht alles genauso sein. Zu bewahren ist: kurze Trockennudeln in Öl rösten, warmen Fond eingießen, ein kräftiges Sofrito machen, ohne es zu verbrennen, und am Ende den Boden trocknen, damit das Aroma entsteht. Auch mit gebrochenen Capellini und einer normalen Pfanne ergibt sich, wenn man diese Reihenfolge nicht aufgibt, eine Kontur, die dem Tisch von Gandia nahekommt. Gießt man dagegen kalten Fond ein, rührt die Nudeln mehrmals um und lässt bis zum Schluss Flüssigkeit stehen, wird es eine Meeresfrüchte-Pasta, die nur so aussieht.

Zutaten (für 4 Personen)

Mit mehr Meeresfrüchten wird sie üppiger, doch beim ersten Mal reichen drei Sorten: Garnelen, Tintenfisch und Weißfisch. Beachten Sie aber: Das ist nicht das offizielle Rezept aus Gandia, sondern eine Hausversion, die auf den normalen Einkauf zugeschnitten ist. An Tagen, an denen Sie näher ans offizielle Rezept wollen, lassen Sie den Tintenfisch weg und nehmen einen Weißfisch, der kaum zerfällt, wie Seeteufel, Kabeljau oder Wolfsbarsch. Miesmuscheln oder Venusmuscheln machen sie ansehnlicher, bringen aber Salz und Wasser mit, und das Garen der Nudeln ist schwerer zu beurteilen. Für zu Hause eignet sich zu Beginn eine flache Pfanne mit 28 bis 30 cm Durchmesser oder eine Paellapfanne mit 300 g Nudeln.

Zutaten für die Fideuà auf der Arbeitsfläche angeordnet
Kurze Fideo-Nudeln, Meeresfrüchte, Fischfond, Tomate, Safran und geräuchertes Paprikapulver vorher bereitlegen
Was zu entscheiden ist Offizielle Art Hausversion
Meeresfrüchte Kaisergranat, Garnelen und Seeteufel als Achse Garnelen mit Kopf, Weißfisch und etwas Tintenfisch für das Aroma
Nudeln Fideo Nr. 4 Capellini oder dünne Spaghetti, gebrochen
Fond Fumet aus kleinen Fischen und Krustentieren Einfacher Fond aus Garnelenschalen, fertiger Meeresfrüchtefond verdünnt
Abschluss Auf Nudeltextur, Farbe und Gesamtbalance achten Keine Flüssigkeit übrig lassen, nicht anbrennen, den Boden aromatisch trocknen
Allergene und Lebensmittelsicherheit

Dieses Rezept enthält Weizen, Garnelen, Tintenfisch, Fisch und Mayonnaise mit Ei. FoodSafety.gov nennt für Fisch 145 °F (etwa 63 °C) als sichere Kerntemperatur, bei Garnelen und Tintenfisch gilt undurchsichtiges, gut durchgegartes Fleisch als Richtwert. Wenn Sie Muscheln hinzufügen, essen Sie keine, die sich nach dem Garen nicht geöffnet haben.

Unsicherheit gibt es bei den Zutaten vor allem bei den Nudeln. Im offiziellen Stil vor Ort ist Fideo Nr. 4 der Maßstab, aber nur wenige Läden führen ihn ständig. Als Ersatz brechen Sie dünne Spaghetti oder Capellini in 2 bis 3 cm lange Stücke. Dicke Spaghetti bleiben in der Mitte hart, und breite Weizennudeln oder Bratnudeln, die das Wasser anders aufnehmen sollen, eignen sich nicht. Wenn Sie spezielle dicke Fideos verwenden, erhöhen Sie den Fond um etwa 50 ml und rechnen in Schritt 5 mit 1 bis 2 Minuten mehr.

Ist der Fond zu kräftig, werden die Nudeln salzig, und ist er zu dünn, wirkt der Geschmack am Ende verwaschen. Bei fertigem Fond probieren Sie ihn einmal heiß: Er sollte zum Trinken etwas zu mild sein, erst dann wird Salz ergänzt. Nach dem Zugeben der Nudeln ist Nachsalzen schwierig, daher ist es wichtig, schon im Fondstadium festzulegen.

Für ein Aroma näher am Original lohnt es sich, Safran und geräuchertes Paprikapulver zu probieren. Beide verwendet man nur in kleinen Mengen, doch der gelbe Duft, die rauchige Süße und das rote Tomatenöl ergeben zusammen eine andere Kontur als bei gewöhnlicher Meeresfrüchte-Pasta.

Wenn Sie sie öfter machen, hängt die Arbeitserleichterung direkt von der flachen Pfanne ab. Ein tiefer Topf hält das Wasser zurück und macht die Nudeln leicht weich; mit einer Paellapfanne oder einer breiten Pfanne steigt die Erfolgsquote.

Zubereitung: Nudeln rösten, dann den Fond aufsaugen lassen

Rührt man in der Fideuà nach dem Eingießen des Fonds oft um, bricht die Oberfläche der Nudeln und wird klebrig. Trennen Sie die Reihenfolge: rösten, anbraten, köcheln, trocknen; die Meeresfrüchte nehmen Sie einmal heraus und geben sie am Ende zurück. So werden Garnelen und Weißfisch weniger hart, und Sie können sich ganz auf die Hitze für die Nudeln konzentrieren.

Auch in den Kochtipps auf der offiziellen Website von Gandia ist wichtig: den Fond heiß abseihen, das Sofrito kräftig, aber ohne Anbrennen machen, die Nudeln nur zu Beginn leicht bewegen und danach kaum noch anfassen. Die Hitze einer Haushaltspfanne ist nicht so stark wie im Lokal, daher wärmen Sie den Fond vor dem Eingießen auf 70 bis 80 °C, breiten die Nudeln flach aus und regulieren nur durch Drehen der Pfanne. Betrachten Sie sie nicht als Gericht, das man mit dem Holzspatel durch Rühren richtet, sondern als eines, bei dem man Hitze und Flüssigkeit liest und abwartet: Dann gibt es weniger Fehlschläge.

Die Hitze in Zahlen merken

Richtwerte für zu Hause: 4 Minuten Nudeln rösten, 5 Minuten Meeresfrüchte anbraten, 6 Minuten Sofrito einkochen, 8 Minuten Fond aufsaugen lassen, 6 Minuten Meeresfrüchte zurück, 2 Minuten zum Schluss rösten, 5 Minuten ruhen. Das hängt von der Dicke der Pfanne und der Nudeln ab, achten Sie also nicht nur auf die Zeit, sondern auch auf Blasen, Duft und restliche Flüssigkeit.

Wo es leicht schiefgeht und wie man es behebt

Die Fehler bei der Fideuà konzentrieren sich fast alle auf Flüssigkeit und Hitze. Nudeln ändern ihren Zustand schneller als Reis in der Paella, und 1 bis 2 Minuten Unterschied ergeben „suppig“, „hart“ oder „angebrannt“. Um am Herd nicht in Hektik zu geraten, ist es viel leichter, die typischen Fehlformen vorher zu kennen.

Vergleich einer zu feuchten und einer zu trockenen Fideuà
Vergleicht man einen Teller mit zu viel Restflüssigkeit mit einem zu trockenen, versteht man die abschließende Flüssigkeitsregulierung gut
Zustand Ursache So beheben Sie es sofort
Es bleibt Flüssigkeit Zu schwache Hitze, zu tiefe Pfanne, zu viel Fond Meeresfrüchte beiseiteschieben und bei mittlerer bis starker Hitze minutenweise verdampfen. Nicht rühren, nur die Pfanne drehen
Die Nudeln sind hart Der Fond ist zu früh verdampft, Nudeln zu dick 2 bis 3 EL warmen Fond oder heißes Wasser ergänzen und 2 Minuten bei schwacher bis mittlerer Hitze köcheln
Der Boden ist schwarz verbrannt Zu lange zum Schluss geröstet, Pfannenboden zu dünn Verbranntes nicht abkratzen, nur das Obere verteilen. Beim nächsten Mal das Ende mit 1 Minute beginnen
Die Meeresfrüchte sind hart Zu Beginn zu stark angebraten, zu früh zurückgegeben Beim nächsten Mal zu Beginn nur die Oberfläche anbraten und in den letzten 6 Minuten fertig garen
Der Geschmack ist dünn Der Fond ist wenig gesalzen, nach den Nudeln nachgewürzt Am Tisch Zitrone und Aioli dazureichen. Beim nächsten Mal im Fondstadium etwas kräftiger abschmecken

Es gibt Momente, in denen man die Nudeln umrühren möchte, um Flüssigkeit zu verdampfen, doch das verkneift man sich. Rühren lässt die Oberfläche der kurzen Nudeln brechen und zerstört auch die aromatische Schicht am Pfannenboden. Ist viel Flüssigkeit da, erhöhen Sie die Hitze zum Verdampfen; sind sie hart, geben Sie etwas warmen Fond dazu. Denken Sie bei der Anpassung nicht an „rühren“, sondern an „ergänzen, verdampfen, abwarten“: Dann gibt es weniger Fehlschläge.

Wie man sie vor Ort isst, und Menüvorschläge

In Gandia und an der valencianischen Küste wird die Fideuà meist in der Pfanne serviert und mit etwas Aioli gegessen. Statt kräftig Zitrone auszudrücken, genießen Sie zuerst Fond und Röstaroma der Nudeln und geben in der zweiten Hälfte mit Aioli Rundheit dazu: So lässt sich die Veränderung des Geschmacks gut nachvollziehen.

Fideuà mit Aioli, Zitrone und Salat auf dem Tisch
Die Fideuà kommt in der Pfanne auf den Tisch, mit Aioli und Zitrone, und jeder nimmt sich

Für ein Menü zu Hause genügt als Vorspeise ein Gazpacho, der ohne Feuer auskommt, oder ein Salat aus Oliven, Tomaten und Blattgemüse. Da das Hauptgericht kräftig ist, passt als Vorspeise etwas Kaltes, Säuerliches. Statt einen Fleischschmortopf zu ergänzen, ermüdet es weniger, Gemüse und Säure dazuzugeben. Wenn Sie sie an einem Sonntagmittag kochen, nehmen Sie den Fond schon am Vormittag auf und rösten die Nudeln erst kurz vor dem Essen: Das mindert die Hektik in der Küche erheblich.

Fideuà ist die valencianische Schreibweise; auf Spanisch schreibt man gelegentlich Fideuá. In Gandia ist der Name des Gerichts selbst zum Gesicht der Stadt geworden, und ein internationaler Wettbewerb wird ausgetragen. Bewertet werden Nudeltextur, die Geschlossenheit des Geschmacks und die Farbe. Das gilt unverändert auch für zu Hause: Statt mehr Zutaten hinzuzufügen, bringt es der echten Fideuà näher, darauf zu achten, ob die Nudeln den Fond aufgesogen haben, ob der Boden aromatisch ist und ob die Farbe nicht zu trüb wirkt.

Statt sie hübsch auf Teller umzufüllen, bringt man die Pfanne in die Mitte und nimmt sich vom Rand: So schmeckt man trockene Stellen der Nudeln, die saftige Mitte und die aromatische Bodenschicht zusammen. Mischt man auf dem Teller etwas Aioli unter, dehnt die Rundheit des Knoblauchs den Fond. Von Anfang an in die ganze Pfanne gerührt, wird sie leicht schwer; als Beilage gereicht ist es gerade richtig.

Sie muss nicht zusammen mit Paella gekocht werden. Wenn Sie in derselben Woche beide machen, trennen Sie sie: Reis-Paella mit Fleisch und Bohnen, Fideuà mit Meeresfrüchten und Nudeln, dann wird der Unterschied deutlich. Merkt man sich die Gemeinsamkeiten, flache Pfanne, Garen ohne Rühren, aromatischer Boden zum Schluss, erkennt man die spanische Freude am „Zusammensein um die Pfanne“.

Aufbewahren und Aufwärmen

Fideuà mit Meeresfrüchten schmeckt am Tag der Zubereitung am besten. Bleibt unbedingt etwas übrig, füllen Sie es in ein sauberes Gefäß und essen es gekühlt bis zum nächsten Tag auf. Bei längerem Stehen bei Zimmertemperatur riecht es leicht nach Meeresfrüchten, stellen Sie es also nach dem Verteilen am Tisch bald in den Kühlschrank.

Fideuà wird in ein Gefäß umgefüllt, eine kleine Menge in der Pfanne aufgewärmt
Übrige Fideuà kühlen und in der Pfanne mit etwas Fond oder Wasser wieder aufarbeiten

Nur in der Mikrowelle werden Teile der Nudeln weich und die Meeresfrüchte leicht hart. Dünn in einer kleinen Pfanne ausbreiten, 1 bis 2 EL Wasser oder Fond darüberträufeln und 3 Minuten bei schwacher Hitze erwärmen. Sobald Dampf aufsteigt, 1 Minute bei mittlerer Hitze Flüssigkeit verdampfen und aufhören, wenn der Duft zurück ist. Das Aioli wird nicht erwärmt, sondern kurz vor dem Essen dazugegeben.

Einfrieren empfehlen wir kaum. Die Nudeln brechen leicht, beim Auftauen tritt das Wasser der Meeresfrüchte aus, und das Ganze wird klebrig. Wer vorbereiten will, bereitet Fond, geschnittene Meeresfrüchte und gebrochene Trockennudeln getrennt vor und beginnt am Tag des Essens mit dem Rösten: So wird das Ergebnis stabiler.

Häufige Fragen

Welche Pasta kommt Fideo-Nudeln am nächsten?

Capellini oder dünne Spaghetti, in 2 bis 3 cm lange Stücke gebrochen, lassen sich am besten handhaben. Dicke Spaghetti bleiben in der Mitte hart, und bei kurzen Nudelformen ändern sich Oberfläche und Wasseraufnahme. Die gebrochenen Nudeln röstet man zuerst in Öl, um Röstaroma zu erzeugen, und lässt sie dann den Fond aufsaugen.

Kann man den Fond fertig kaufen?

Ja. Bei stark salzigem Fond verdünnen Sie ihn etwas mit Wasser, probieren ihn heiß und ergänzen dann Salz. Haben Sie Garnelenschalen, genügt es, 900 ml Wasser, die Schalen und 2 EL Weißwein 10 Minuten zu kochen und abzuseihen. Ist der Fond dünn, wird der ganze Nudelteller verwaschen; gleichen Sie das Aroma durch Einkochen der Tomate aus.

Entfernt Tintenfisch vom offiziellen Rezept aus Gandia?

Wenn man sich streng an die offizielle Fideuà de Gandia hält, ja. Die Wettbewerbsregeln schließen nicht vorgesehene Meeresfrüchte, Tintenfisch und Sepia aus. Doch in manchen Haushalten und Lokalen der Region sieht man auch Zubereitungen mit Tintenfisch oder Sepia. Dieses Rezept ist eine Hausversion für den normalen Einkauf, deshalb enthält es Tintenfisch. Wollen Sie sich dem offiziellen Rezept nähern, lassen Sie den Tintenfisch weg und nehmen Weißfisch wie Seeteufel oder einen Fisch, der kaum zerfällt.

Braucht man eine Paellapfanne?

Nein. Verwenden Sie eine flache Pfanne mit 28 bis 30 cm Durchmesser. Ein tiefer Topf hält das Wasser zurück, und die Nudeln werden weich wie in einer geschmorten Pasta. Auf Induktion ist die Hitze gleichmäßig, doch das Röstaroma zum Schluss kommt manchmal schwerer; prüfen Sie bei mittlerer bis starker Hitze minutenweise.

Ist Aioli unbedingt nötig?

Nicht zwingend, aber es fügt den vom Fond durchtränkten Nudeln die Rundheit des Knoblauchs hinzu und nähert sich der Art vor Ort. Man kann es traditionell mit rohem Ei machen, doch zu Hause ist die einfache Version mit Mayonnaise leichter zu handhaben. Zu viel Knoblauch überdeckt das Aroma der Meeresfrüchte; für 4 Personen beginnen Sie mit 1/4 Zehe.

Kann man Safran durch Kurkuma ersetzen?

Die Farbe kommt nahe, das Aroma ist aber ein anderes. Kurkuma hat einen erdigen Duft und rutscht bei zu viel in Richtung Curry. Wenn Sie ihn als Ersatz nehmen, beschränken Sie sich auf eine winzige Messerspitze und betrachten ihn als reines Färbemittel. Wollen Sie schon beim ersten Mal das Aroma einer Fideuà, lohnt sich Safran auch in kleiner Menge.

Darf man Muscheln hinzufügen?

Venus- oder Miesmuscheln schmecken auch gut. Da sie aber Salz und Wasser abgeben, reduzieren Sie das Salz im Fond etwas und legen sie in der zweiten Hälfte obenauf. Muscheln, die sich nach dem Garen nicht öffnen, werden nicht gegessen. Beim ersten Mal ist es sicherer, erst mit Garnelen, Tintenfisch und Weißfisch die Flüssigkeitsmenge kennenzulernen und dann zu erweitern.

Quellen