Georgien

Schaschlik: Kaukasische Spieße über Holzkohleglut

Schaschlik nach georgischer Mzwadi-Tradition: Schweinenacken, Zwiebel und Granatapfelsaft, gegrillt über Holzkohle, unter dem Backofengrill, im Ofen oder in der Pfanne. Hitzeführung, Ersatzzutaten, Beilagen, Aufbewahrung, typische Fehler und Lebensmittelsicherheit.

Dieses Rezept wurde von der Redaktion von Sekai Gohan aus dem japanischen Original übersetzt. Original lesen (Japanisch)

  • Vorbereitung35 Min.
  • Garzeit25 Min.
  • Gesamt5 Std.
  • Portionen4 Portionen
  • SchwierigkeitMittel

Kaukasischer Schaschlik: Fleisch auf Metallspießen über Holzkohleglut

Noch vor dem Rauch eröffnet der Zwiebelduft die Mahlzeit

An einem Wochenendmorgen Schweinenacken in große Stücke schneiden, Zwiebeln reiben. Die Kohle brennt noch nicht, doch in der Schüssel vermischen sich schon die Düfte von Fleisch und Zwiebel. Keine süße Sojamarinade, keine knoblauchlastige Soße: Salz, Zwiebel, schwarzer Pfeffer, ein wenig Säure. Dass das Fleisch damit schon sein „Spieß-Gesicht“ bekommt, macht den Reiz von Schaschlik aus.

Schaschlik (shashlik / шашлык) ist ein Grillspieß, der im Kaukasus, in Osteuropa, Zentralasien und im ehemaligen sowjetischen Raum weit verbreitet ist. In Georgien heißt er Mzwadi (მწვადი, mtsvadi), und besonders in Kachetien erzählt man von der Tradition, Schweinefleisch über der Glut von Rebschnitt zu grillen. Im russischsprachigen Raum legen manche Familien Schaschlik in Essig, Wein, Kefir oder Mineralwasser ein; die georgische Art ist schlichter: gutes Fleisch, Zwiebel, Salz, Holzkohleglut. Dazu kommen Granatapfel, Tkemali, Kräuter und Brot.

Dieser Artikel bereitet einen Schaschlik nach Art des georgischen Mzwadi so auf, dass er in der Küche und am Grill an einem sicheren Ort im Freien gelingt. Holzkohle ist ideal, doch wir zeigen auch Lösungen mit Backofengrill, Ofen und Pfanne. Nach Chatschapuri (auf Japanisch) oder Chinkali (auf Japanisch) – und um die Fleischgerichte der Supra aus unserer Einführung in die georgische Küche (auf Japanisch) kennenzulernen – sind diese Spieße ein sehr guter Einstieg.

Zu den Namen

Im Titel steht „Schaschlik“, der am häufigsten gesuchte Begriff; im Text schreiben wir „Mzwadi“, wenn die georgische Art gemeint ist. Schaschlik ist der allgemeine Name im ehemaligen sowjetischen Raum, Mzwadi der georgische Name des Gerichts.

Hintergrund: Rebschnitt, Supra und das Feuer des Kaukasus

Georgia Travel, die Website der georgischen Tourismusbehörde, stellt Mzwadi als „georgischen Grillspieß“ vor: Er lässt sich mit Schwein, Kalb, Lamm oder Huhn zubereiten, in Georgien ist Schweinefleisch aber besonders verbreitet. Für den kachetischen Mzwadi erwähnt die Seite das Grillen über der Glut von geschnittenen Rebzweigen (tsalami) oder Berggesträuch und das Abschließen mit kachetischem Qvevri-Wein oder Granatapfelsaft.

Darin zeigt sich eine sehr georgische Denkweise: das Fleisch nicht unter Gewürzen verstecken, sondern seinen Geschmack mit Feuer, Fett und Säure hervorheben. Auch der Leitfaden zur georgischen Küche von Serious Eats beschreibt Mzwadi als auf Spieße gestecktes, über offenem Feuer gegrilltes Fleisch, wobei georgische Köche mehr Wert auf Salz legen als auf komplexe Marinaden oder Gewürzmischungen.

Diese „Stärke des Weglassens“ irritiert, wer an Grillmarinaden gewöhnt ist. Man möchte Soße, Knoblauch, Soja und Zucker zugeben; doch wer sich dem Mzwadi nähern will, denkt in anderer Reihenfolge: groß schneiden, Fett dranlassen, die Kohle von der Flamme zur Glut kommen lassen, das gegrillte Fleisch mit Brot und Zwiebeln auffangen. Die Rebschnitt-Glut aus dem Weinbaugebiet Kachetien ist dabei mehr als ein Aromatrick: Die beim Rebschnitt anfallenden Zweige wandern ins Feuer, und Wein, Brot, Fleisch und Kräuter kommen auf denselben Tisch – mit den Spießen im Mittelpunkt des Festmahls. Deshalb wirkt es auch zu Hause natürlicher, das Fleisch nicht allein aufzutürmen, sondern dünnes Brot, säuerliche Zwiebeln, Tomaten, Gurken und Kräuter daneben zu stellen.

Englischsprachige und russischsprachige Schaschlik-Rezepte zeigen Familien, die Essig, Wein, Kefir oder Granatapfelsaft zugeben – die eine richtige Antwort gibt es nicht. Wichtig ist, nicht alles hineinzukippen und aus Schaschlik Grillfleisch mit Barbecuesoße zu machen. Wasser und Enzyme der Zwiebel machen das Fleisch zart, Salz würzt, Säure bleibt so knapp, dass sich die Oberfläche nicht zusammenzieht. Wer diese Linie hält, bekommt selbst mit gewöhnlichem Schweinenacken kaukasischen Spieß-Charakter.

In derselben georgischen Küche bauen Saziwi (auf Japanisch), Huhn in kalter Walnusssoße, oder Lobio (auf Japanisch), Bohnen mit Kräutern und Walnüssen, ihre Geschmacksschichten im Topf oder Mörser auf. Mzwadi macht es umgekehrt: Er verteilt die Rollen auf dem Teller. Fleisch für Salz und Feuer, Zwiebel für die Säure, Brot für den Saft, Kräuter für die Leichtigkeit. So entsteht kein „weiterer Grillspieß“, sondern ein Gericht, das sich jeder Bissen für Bissen selbst zusammenstellt.

Georgischer und russischsprachiger Stil

Aspekt Eher georgischer Mzwadi Eher russischsprachiger Schaschlik Lösung für zu Hause
Fleisch Schweineschulter, Kalb, Lamm. Fett bleibt dran Schwein, Lamm, Huhn – große Unterschiede je nach Familie Schweinenacken als Hauptrolle, Hähnchenschenkel als Alternative
Marinade Zwiebel, Salz, schwarzer Pfeffer, Granatapfel Essig, Wein, Kefir, Mineralwasser u. a. Zwiebel + Salz + wenig Granatapfelsaft
Feuer Holzkohle, Rebschnitt, Glut Holzkohle im Mangal Holzkohlegrill, Backofengrill, Ofen
Beilagen Granatapfelzwiebeln, Tkemali, Kräuter, Brot Rohe Zwiebel, Gemüse, Lavasch Rote Zwiebel, Granatapfelsaft, Petersilie, frische Kräuter
Essweise Sofort nach dem Grillen, auf Brot Vom Spieß oder mit Brot und Gemüse Nicht zu lange ruhen lassen, heiß servieren
Worauf es beim Gelingen ankommt

Statt sich nur „Grillspieß“ zu merken, achten Sie auf den Zustand des Feuers, das Erhalten des Fetts, die Granatapfelzwiebeln und die Gewohnheit, das Fleisch gleich nach dem Grillen zu essen – dann wird alles viel einfacher. Dieser Artikel holt all das in eine ganz normale Küche.

Zutaten für 4 Portionen: marmorierter Schweinenacken und Zwiebeln

Zu klein geschnitten trocknet Schaschlik aus wie ein gewöhnlicher kleiner Spieß. Behalten Sie 4 bis 5 cm große Würfel bei und verwenden Sie Schweinenacken mit etwas Fett. Nur Bauch ist zu fett, nur Lende trocknet aus – Nacken ist am einfachsten.

Hauptzutaten

Zutat Menge Ersatz und Hinweise
Schweinenacken am Stück 800 g Etwas Fett dranlassen. Bei reinem Kotelettstrang 1 EL Olivenöl zugeben
Zwiebeln 3 (ca. 600 g) 2 für die Marinade, 1 als Beilage. Weiße Zwiebeln gehen auch
Grobes Salz 2 TL Etwa 1,2 % des Fleischgewichts. Mit feinem Salz etwas weniger
Schwarzer Pfeffer 1 TL Grob gemahlen
Granatapfelsaft 120 ml Möglichst Direktsaft. Ersatzweise 60 ml Rotwein + 60 ml Wasser
Reis- oder Weinessig 2 TL Zur Ergänzung der Säure. Zu viel zieht das Fleisch zusammen
Neutrales Öl 1 EL Bei eher magerem Fleisch zugeben
Lorbeer 1 Blatt Optional. Nicht zu stark aromatisieren

Granatapfelzwiebeln und Beilagen

Zutat Menge Ersatz und Hinweise
Rote oder normale Zwiebel 1 In dünnen Ringen. Ist sie scharf, 5 Minuten wässern
Granatapfelsaft 3 EL Mit Granatapfelkernen 2 EL davon zusätzlich
Zitronensaft 2 TL Für frischere Säure
Petersilie 1 Bund (ca. 20 g) Koriander, Shiso oder Frühlingszwiebel gehen auch
Tomaten 2 In Spalten. Im Sommer gut gekühlt
Gurken 2 Leicht gesalzen
Lavasch oder Pitabrot 4 Toastbrot oder Tortillas gehen auch
Tkemali oder Umeboshi-Soße Nach Belieben Ersatzweise 2 TL Umeboshi-Mus + 1 TL Honig + 2 TL Wasser
Allergien und Lebensmittelsicherheit

Dieses Gericht enthält Schweinefleisch. Dazu gereichtes Brot enthält Weizen, und die Umeboshi-Soße als Tkemali-Ersatz kann je nach Produkt Soja oder Weizen enthalten. Marinade, in der rohes Fleisch lag, nicht wiederverwenden; Bretter und Zangen für rohes und gegartes Fleisch trennen.

Ausrüstung, die den Unterschied macht

Beim Schaschlik verändert die Ausrüstung das Ergebnis mehr als die Würze. Bambusspieße funktionieren, doch bei großen Stücken verhindern flache Metallspieße, dass sich das Fleisch um die eigene Achse dreht, und erleichtern das Grillen.

Wer mit Holzkohle grillt, vermeidet Fehlstarts mit einem Anzündkamin. Legt man das Fleisch auf, bevor das Feuer stabil ist, wird es rußig.

Beim Granatapfelsaft möglichst Direktsaft wählen, kein gesüßtes Getränk mit Granatapfelgeschmack. Ist er nicht zu bekommen, nicht lange suchen: durch Rotwein und Wasser ersetzen und am Tisch Zitrone dazugeben.

Damit der Garpunkt keine Glückssache ist, hilft ein Fleischthermometer. Ein Spieß kann außen verkohlt und innen noch lauwarm sein – prüfen Sie am dicksten Stück.

Ohne Tkemali bringt ein wenig Granatapfelsirup eine fruchtige Säure, die Umeboshi allein kaum liefert. Nicht direkt über das Fleisch geben, sondern teelöffelweise unter Zwiebeln oder Soße mischen.

Für einen minimalen Einkauf

Beginnen Sie mit Schweinenacken, Zwiebeln, Salz, schwarzem Pfeffer, Granatapfelsaft, Tomaten, Gurken und Brot. Tkemali, Granatapfelkerne und Metallspieße können bis zum zweiten Mal warten.

Zubereitung: nicht zu lange marinieren, kurz über kräftiger Glut grillen

Der häufigste Fehler: das Fleisch über Nacht in saurer Marinade liegen lassen, bis es mehlig wird. Mit nur Zwiebel und Salz darf es länger sein; mit Essig oder Granatapfel genügen 4 bis 6 Stunden. Morgens einlegen, abends grillen – das ist zu Hause der einfachste Rhythmus.

  1. Fleisch in 4 bis 5 cm große Würfel schneiden

    10 Min.

    800 g Schweinenacken in 4 bis 5 cm große Würfel schneiden. Das Fett nicht vollständig entfernen, an jedem Stück etwas lassen. Dünne Sehnen abschneiden, doch rein mageres Fleisch wird beim Grillen trocken.

    Schweinenacken in 4 bis 5 cm große Würfel geschnitten
    4 bis 5 cm große Würfel mit etwas Fett: außen knusprig, innen saftig
  2. Zwiebeln reiben und Marinade ansetzen

    10 Min.

    2 Zwiebeln reiben und mit 2 TL grobem Salz, 1 TL schwarzem Pfeffer, 120 ml Granatapfelsaft, 2 TL Essig, 1 EL Öl und 1 Lorbeerblatt mischen. Fleisch zugeben und etwa 2 Minuten mit der Hand durchkneten. Es reicht, wenn der Zwiebelsaft das Fleisch umhüllt.

    Schweinefleisch in Zwiebel und Granatapfelsaft mariniert
    Kneten, bis der Zwiebelsaft das Fleisch dünn überzieht, und Essig nur als Aroma einsetzen
  3. 4 bis 6 Stunden im Kühlschrank marinieren

    4–6 Std.

    In einen Gefrierbeutel oder eine Schüssel geben, Luft herausdrücken und 4 bis 6 Stunden in den Kühlschrank stellen. Zwischendurch einmal wenden. Fertig mariniert ist die Oberfläche feucht vom Zwiebelsaft, das Fleisch federt leicht auf Druck und zerfällt nicht. Wer am Vorabend einlegt, lässt den Essig weg und gibt den Granatapfelsaft erst 1 Stunde vor dem Grillen zu.

    Schaschlikfleisch im Gefrierbeutel im Kühlschrank mariniert
    Mit saurer Marinade 4 bis 6 Stunden einplanen und die Spannkraft des Fleisches erhalten
  4. Aufspießen und temperieren

    30 Min.

    Die Zwiebel leicht vom Fleisch abstreifen und das Fleisch auf Metallspieße stecken. Nicht dicht an dicht, sondern etwa 5 mm Abstand lassen. Dieser Schritt ist reine Vorbereitung, nicht neben der Hitzequelle ausführen. 30 Minuten vor dem Grillen aus dem Kühlschrank nehmen, damit es nicht mehr eiskalt ist. Weiter geht es, wenn die Oberfläche nicht mehr kalt ist und das Fleisch beim Anheben des Spießes nicht rutscht. Nicht in die Sonne stellen.

    Schweinefleisch mit Abstand auf Metallspieße gesteckt
    Die Stücke gleich ausrichten und etwa 5 mm Abstand lassen
  5. Kohle zu weißer Glut bringen

    20–30 Min.

    Kohle mit starker Flamme anzünden und 20 bis 30 Minuten warten, bis die Flammen abklingen und die Oberfläche weiße Asche trägt. Gegrillt wird nicht über offener Flamme, sondern über der Strahlungshitze weißer Glut. Richtwert: Die Hand in Rosthöhe spürt nach 2 bis 3 Sekunden starke Hitze. Bereit ist das Feuer, wenn man den roten Kern der Glut sieht und keine großen Flammen darüber stehen. Über Flammen wird die Oberfläche schwarz, während der Kern kalt bleibt.

    Holzkohle mit abgeklungenen Flammen in weißer Glut
    Schaschlik grillt man über weißer Glut, nicht über Flammen. Tropft Fett und flammt auf, den Spieß zur Seite ziehen
  6. 15 bis 20 Minuten über kräftiger Glut grillen

    15–20 Min.

    Spieße über die Glut legen und alle 2 bis 3 Minuten drehen. In den ersten 5 Minuten eine kräftig goldbraune Kruste bilden, danach Stellen, die zu verbrennen drohen, etwas zur Seite rücken. Tropft Fett und schlagen Flammen hoch, den Spieß 10 bis 20 Sekunden in eine schwächere Zone ziehen. Richtwert: Schweinefleisch soll im Kern mindestens 63 °C erreichen und 3 Minuten ruhen können. Mit Hähnchenschenkel mindestens 74 °C im Kern anstreben.

    Schaschlikspieße über weißer Glut
    Oberfläche kräftig bräunen und den Kern mit dem Thermometer prüfen, nicht nach Farbe
  7. Granatapfelzwiebeln zubereiten

    5 Min.

    Während des Grillens 1 in Ringe geschnittene Zwiebel mit 3 EL Granatapfelsaft, 2 TL Zitronensaft, einer Prise Salz und gehackter Petersilie mischen. Scharfe Zwiebeln vorher 5 Minuten wässern und gut abtropfen lassen. Aufhören, wenn die Zwiebel zartrosa ist, alles gut verbunden ist und am Boden noch 1 bis 2 EL Flüssigkeit stehen.

    Zwiebelringe mit Granatapfelsaft für die Beilage vermischt
    Granatapfelzwiebeln machen das fette Schweinefleisch leichter. Nicht zu viel Flüssigkeit, kurz vor Ende des Grillens zubereiten
  8. Saft mit Brot auffangen und sofort essen

    5 Min.

    Lavasch oder Pitabrot auf den Teller legen, das gegrillte Fleisch vom Spieß streifen und darauflegen. Granatapfelzwiebeln, Kräuter und Tkemali oder Umeboshi-Soße dazugeben. Wartet man zu lange, wird das Fett der Spieße fest: nach etwa 3 Minuten Ruhe auf den Tisch bringen.

    Gegrillter Schaschlik auf Brot mit Granatapfelzwiebeln angerichtet
    Das Brot fängt den Saft auf. Vom Spieß gestreift, isst man das Fleisch heiß mit den Zwiebeln
Richtwerte für die Kerntemperatur

Der FSIS des US-Landwirtschaftsministeriums nennt für ganze Stücke von Schwein, Rind, Lamm und Kalb mindestens 63 °C im Kern mit 3 Minuten Ruhezeit und für Geflügel mindestens 74 °C im Kern. Verlassen Sie sich nicht auf die Farbe, sondern stechen Sie ein Thermometer in das dickste Stück.

Ohne Holzkohle: Alternativen zum Grill

Der Duft der Holzkohle macht den Reiz von Schaschlik aus, doch nicht jeder kann jedes Mal den Grill anwerfen. In der Küche gelingt „Glutgeschmack“ am leichtesten – in dieser Reihenfolge – unter dem Backofengrill, im Ofen und in der Pfanne.

Ziel ist dabei nicht, den Rauch perfekt nachzuahmen, sondern „die Oberfläche schnell zu trocknen und eine goldbraune Kruste zu bilden“. Bei niedriger Hitze tritt zuerst das Wasser der Zwiebelmarinade aus, und das Fleisch wirkt wie gekocht. Ohne Holzkohle zählen drei Dinge: vorheizen, starke Oberhitze, Rost oder Gitter, damit überschüssiges Wasser abläuft. So kommt man auch in der Küche dem Spieß nahe.

Drei Zeichen, auf die es bei jeder Hitzequelle ankommt

Holzkohle, Backofengrill, Ofen oder Pfanne duften unterschiedlich, doch das Urteil über den Garpunkt ist weitgehend gleich. Erstens eine kräftig goldbraune Fläche, an der Fett perlt – nicht nur dünne verbrannte Stellen. Zweitens Fleisch, das auf Druck nicht nachgibt und im Kern Spannkraft behält. Drittens ein wenig klarer Saft, der austritt, wenn man es auf den Teller legt. Viel roter Saft: Kerntemperatur prüfen. Gar kein Saft mehr: übergart.

Mit diesen Zeichen hängt man weniger vom Gerät ab. Unter dem Backofengrill das Fleisch von der Hitze wegrücken, wenn die Oberfläche zu schnell bräunt. Im Ofen zum Schluss Oberhitze zuschalten. In der Pfanne das Fleisch nicht zu oft bewegen und die erste Seite gut anbraten, bevor man wendet. Es bleiben „Holzkohle-Ersatz“-Methoden, doch wer Stückgröße und Bräunungsurteil beibehält, bewahrt den Charakter des Schaschliks mit Zwiebel und Salz.

Zeichen Guter Zustand Korrektur
Bräunung Kanten kräftig goldbraun, Fett brutzelt Nur schwarz: von der Hitze weg. Blass: nicht genug vorgeheizt
Spannkraft Federt zurück, Kern nicht zu weich Weich: weiter garen. Hart: nächstes Mal größer schneiden
Saft Etwas klarer Saft Roter Saft: Kern prüfen. Kein Saft mehr: übergart

Unter dem Backofen- oder Fischgrill

Mit beidseitig beheiztem Grill: 3 Minuten vorheizen, dann bei starker Hitze 6 bis 8 Minuten auf der ersten Seite, nach dem Wenden 5 bis 7 Minuten. Passen die Spieße nicht hinein, kurze Bambusspieße verwenden oder das Fleisch ohne Spieß auf den Rost legen. Es tropft Fett: bei Geräten mit Wasserschale die Bedienungsanleitung beachten.

Im Ofen

Auf 230 °C vorheizen und das Fleisch auf einem Rost über dem Blech 18 bis 22 Minuten garen. Zum Schluss 2 bis 3 Minuten mit Grillfunktion bräunen. Im Ofen fehlt das Holzkohlearoma; eine Prise geräuchertes Paprikapulver zum Schluss bringt die Stimmung näher.

In der Pfanne

Eine dicke Eisenpfanne bei mittlerer bis starker Hitze gut erhitzen, dünn einölen und das Fleisch einlegen. Auf dem Spieß hat es weniger Kontakt zur Pfanne, also besser abstreifen. Alle Seiten insgesamt 12 bis 15 Minuten bräunen, 2 Minuten zugedeckt ziehen lassen und die Kerntemperatur prüfen.

Methode Für wen Ergebnis Achtung
Holzkohlegrill Wer das Aroma will Am nächsten am Original Über Glut grillen, nicht über Flammen
Backofengrill Für Bräunung zu Hause Kräftig gegrillte Oberfläche Spießlänge und abtropfendes Fett beachten
Ofen Für größere Mengen Gleichmäßig, wenig Fehler Bräunung zum Schluss ergänzen
Pfanne Fürs Abendessen unter der Woche Bleibt saftig Weniger Spieß-Gefühl
Nicht zu rauchig machen

Zu viel Flüssigrauch oder Rauchsalz zieht das Gericht eher in Richtung amerikanisches Barbecue als zum georgischen Mzwadi. Wenn überhaupt, ein Hauch geräuchertes Paprikapulver. Die Hauptrollen spielen Zwiebel, Salz und der Duft des gegrillten Fleisches.

Entscheidungstabelle: näher ans Original

Beim Einkauf zögert man bei Fleisch, Säure, Brot und Soße. Statt alle Originalzutaten zu jagen, trennen Sie, was bleiben muss und was ersetzt werden darf.

Zutat Ersetzbar durch Nicht zu weit ersetzen Warum
Schweinenacken Hähnchenschenkel, Lammschulter, Rinderhochrippe Magere Schweinelende, Hähnchenbrust Starke Hitze braucht Fett und Dicke
Granatapfel Rotwein, etwas Traubensaft, Zitrone Viel Essig Zu viel Säure zieht das Fleisch zusammen
Lavasch Pita, Tortilla, dünnes Naan Süßes Toastbrot Es fängt Saft und Zwiebeln auf
Tkemali Umeboshi + Honig + Wasser Süße Grillsoße Gefragt ist Säure, die das Fett schneidet
Kräuter Petersilie, Koriander, Shiso, Frühlingszwiebel Nur getrocknete Kräuter Frischer Duft kühlt das heiße Fleisch

Wer Swanetisches Salz (auf Japanisch) vorbereitet hat, streut nach dem Grillen eine Prise darüber. In großer Menge schon in die Marinade gegeben, verbrennen die Aromen jedoch leicht. Swanetisches Salz zum Abschluss, Salz und Zwiebel für die Grundwürze – so wird es klarer.

Servieren, Menü und Vorbereitung

Schaschlik ist nie besser als im Moment, in dem er vom Feuer kommt. Er ist kein Schmorgericht, das am nächsten Tag gewinnt. Bereiten Sie deshalb zuerst kalte Gerichte vor, die man während des Grillens servieren kann.

Passende Beilagen

Am einfachsten: eine große Platte mit Tomaten, Gurken, Zwiebeln und Kräutern. Auf dem georgischen Tisch stehen neben dem Fleisch oft frisches Gemüse, Brot und säuerliche Soßen. Ein Walnusssoßengericht wie Saziwi (auf Japanisch) dazu macht das Essen schwer; am Schaschlik-Tag lieber auf kalte Vorspeisen und Brot setzen.

Unter den kaukasischen Holzkohlespießen nutzt der armenische Karsi Chorovats (auf Japanisch) mit 4 cm dicken Lammscheiben, abwechselnd mit Fett gesteckt, das Fett anders als der auf Schweinenacken setzende Mzwadi. Wer beim nächsten Grillen im Freien Lamm probieren möchte, kann Fleischwahl und Garen vergleichen.

Aufbewahrung und Aufwärmen

Gegrilltes Fleisch abkühlen lassen und innerhalb von 2 Stunden in den Kühlschrank stellen. Am besten am nächsten Tag essen, spätestens innerhalb von 3 Tagen. Zum Aufwärmen trocknet die Pfanne mit etwas Wasser und Deckel weniger aus als die Mikrowelle. Zum Einfrieren nur das gegrillte Fleisch in einen Beutel geben und mit 2 bis 3 Wochen rechnen. Granatapfelzwiebeln ziehen Wasser – nicht vorbereiten.

Reste verwerten

Am nächsten Tag dünn aufgeschnitten in Pitabrot ist das Fleisch köstlich. Ersetzt man die Granatapfelzwiebeln durch Zitrone, Joghurt und Gurke, entsteht ein kaukasisch inspiriertes Sandwich. Auf Reis passt eher schlichter weißer Reis mit Kräutern und Zitrone als ein Reisgericht wie Plov (auf Japanisch) – das bleibt leichter.

Vorbereiten: nur bis zur Marinade

Das Gericht lebt vom frischen Grillen: Am Vortag bereitet man nur die Marinade vor. Eine säurearme Zwiebel-Salz-Marinade hält über Nacht im Kühlschrank. Mit viel Essig oder Granatapfel nach 4 bis 6 Stunden grillen.

Fehler: verbrannt, trocken, zu sauer

Bei so wenigen Zutaten sind die Fehlerquellen klar. Nicht das Feuer ist zu stark – man grillt über Flammen. Nicht das Fleisch ist schlecht – es ist zu klein geschnitten. Nicht der Geschmack fehlt – die Säure hat das Fleisch zu sehr zusammengezogen. Wer diese Ursachen auseinanderhält, korrigiert schon beim nächsten Spieß.

Problem Ursache Lösung
Nur außen schwarz Flammen, Fett tropft ins Feuer Spieß zur Seite ziehen und zurücklegen, wenn sich die Kohle beruhigt hat
Fleisch trocken Zu klein geschnitten, Fett entfernt, übergart 4–5-cm-Würfel, Nacken, Kerntemperatur prüfen
Zu sauer Zu viel Essig, zu lange mariniert Etwa 2 TL Essig. Bei langer Marinade Säure später zugeben
Fade Zu wenig Salz, Zwiebel zu gründlich abgestreift Etwa 1–1,2 % des Fleischgewichts an Salz
Angst vor rohem Kern Urteil nur nach äußerer Farbe Kern mit Thermometer prüfen und gare Spieße abnehmen
Niemals Holzkohle in Innenräumen

Holzkohlefeuer oder Tischgrill niemals in Innenräumen, an schlecht belüfteten Orten oder auf Balkonen verwenden, wo es nicht erlaubt ist. Es besteht Gefahr einer Kohlenmonoxidvergiftung und Brandgefahr. Auch im Freien Löschwasser, hitzefeste Handschuhe und einen Glutlöschtopf bereithalten und erst aufräumen, wenn das Feuer vollständig erloschen ist.

Häufige Fragen

F1. Geht es mit Lamm statt Schwein?

Ja. Lammschulter oder Lammkeule in 4-cm-Würfel schneiden und etwa 4 Stunden in derselben Marinade einlegen. Lamm ist sehr aromatisch: Granatapfelzwiebeln und eine Tkemali-artige Säure passen gut. Übergart wird es zäh – mindestens 63 °C im Kern prüfen, kurz ruhen lassen und essen.

F2. Wird das Fleisch ohne Essig nicht zart?

Essig ist nicht nötig. Das Wasser der Zwiebel und Salz bereiten die Oberfläche des Fleisches ausreichend vor. Mit viel Essig oder Zitrone zieht sich die Oberfläche zusammen, bevor das Fleisch zart wird, und die Textur kann mehlig werden. Säure am Tisch über Granatapfelzwiebeln oder Tkemali zu ergänzen, ist sicherer.

F3. Kann ich schon am Vortag marinieren?

Ohne Säure – nur Zwiebel, Salz, schwarzer Pfeffer, Öl – ist eine Nacht kein Problem. Mit Granatapfelsaft oder Essig 4 bis 6 Stunden einplanen. Bei Vorbereitung am Vortag die Säure morgens zugeben und abends grillen.

F4. Was ändere ich für Kinder?

Schwarzen Pfeffer halbieren und Tkemali oder Umeboshi-Soße separat reichen. Stört die Schärfe der Zwiebel, für die Beilage gewässerte Zwiebel nehmen. Die Kerntemperatur noch gewissenhafter prüfen als für Erwachsene, und Hähnchen immer auf mindestens 74 °C im Kern garen.

F5. Die Spieße verbrennen unter dem Backofengrill.

Bambusspieße verbrennen leicht: mindestens 30 Minuten in Wasser einweichen. Verbrennen sie trotzdem, das Fleisch ohne Spieß direkt auf den Rost legen. Das Spieß-Gefühl ist etwas schwächer, doch mit goldbrauner Kruste und Zwiebelmarinade ist das Gericht vollwertig.

Fazit

Schaschlik ist kein Gericht, das man mit einer besonderen Soße schmückt. Marmoriertes Fleisch groß schneiden, mit Zwiebel und Salz würzen, über ruhiger Glut grillen und mit säuerlichen Zwiebeln und Brot essen. Wer zu Hause dem Original nahekommen will, hält vier Regeln: nicht klein schneiden, nicht zu viel Essig, über Glut statt Flammen grillen, sofort nach dem Grillen essen.

Für den ganzen georgischen Tisch geht es weiter mit Chatschapuri (auf Japanisch), Chinkali (auf Japanisch) und unserer Einführung in die georgische Küche (auf Japanisch) – so werden Brot, Fleisch und der Ablauf des Festmahls sichtbar. Wenn Ihnen beim nächsten Grillen die üblichen Marinaden langweilig werden, stellen Sie einfach eine Schüssel Granatapfelzwiebeln dazu. Sobald der Rauch aufsteigt, wendet sich das alltägliche Fleisch dem Kaukasus zu.

Quellen