Svíčková na smetaně, tschechisches Nationalgericht: Rindfleisch mit Sahnesauce, dazu Knedlíky und Preiselbeersauce
Vorbereitung40 Min.
Garzeit2 Std. 30 Min.
Portionen4 Portionen
KücheTschechisch

Svíčková na smetaně: tschechisches Nationalgericht, Rindfleisch in cremiger Wurzelgemüsesauce

Rezept für Svíčková na smetaně, das tschechische Nationalgericht: Rindfleisch, lange mit Wurzelgemüse geschmort und mit einer sämigen Sahnesauce vollendet. Zubereitung der Knedlíky, Spicken, Süß-Sauer-Balance der Sauce, Abwandlungen und kultureller Hintergrund.

Gesamt: 3 Std. 10 Min.Schwierigkeit: Mittel

Cooking flow

Zubereitung

STEP 11 / 6

Das Fleisch spicken

10 Min.

Spicken des Rinderfilets mit Speck
Spicken. Wird mageres Fleisch mit Speckfett gespickt, bleibt es trotz langer Garzeit saftig

Den Speck in 5 mm breite Stifte schneiden. Das Fleisch mit einem Holzspieß oder einer Spicknadel einstechen und die Speckstifte hineinschieben. 6 bis 8 Stellen genügen. Das Spicken hält mageres Fleisch saftig, statt es trocken werden zu lassen.

STEP 22 / 6

Das Fleisch anbraten

8 Min.

Svíčková, tschechisches Nationalgericht: Schritt des Anbratens des Fleischs (8 Min.)
Svíčková, tschechisches Nationalgericht: Schritt des Anbratens des Fleischs (8 Min.)

In einem dickwandigen Topf (idealerweise Gusseisen) das Öl bei mittlerer bis starker Hitze erhitzen und das Fleisch rundum anbraten. Pro Seite 2 Minuten, bis es goldbraun ist. Das Anbraten schließt die Säfte ein und gibt der Sauce Tiefe. Danach das Fleisch herausnehmen.

STEP 33 / 6

Wurzelgemüse anbraten und schmoren

2 Std. 15 Min.

Rindfleisch schmort mit Wurzelgemüse im Topf: Die Gemüsebrühe zieht ins Fleisch
2 Stunden bei niedriger Hitze. Das Aroma des Wurzelgemüses geht in den Sud über, das Fleisch wird so zart, dass es sich mit Stäbchen zerteilen lässt

In den Topf, aus dem das Fleisch genommen wurde, 15 g Butter geben und die grob gehackte Zwiebel, Karotte, Knollensellerie und Pastinake hineingeben. 8 bis 10 Minuten bei mittlerer Hitze braten, bis die Zwiebel glasig ist. Piment, Lorbeer und Thymian zugeben und 1 Minute weiterbraten, damit der Duft aufsteigt. Das angebratene Rindfleisch zurücklegen und 400 ml Wasser angießen; das Fleisch soll zur Hälfte bedeckt sein. Mit Deckel bei niedriger Hitze 2 Stunden sanft schmoren und das Fleisch zwischendurch einmal wenden. Wenn eine Gabel mühelos einsticht, den Herd ausschalten, das Fleisch herausnehmen und warm halten.

STEP 44 / 6

Den Schmorsud in Sauce verwandeln

25 Min.

Schritt des Passierens der Sahnesauce: glatte beigefarbene Sauce fließt in den Topf
Durch das Passieren von Sud und Gemüse entsteht eine seidig glatte Saucenbasis

Den Sud samt Gemüse mit dem Mixer glatt pürieren oder durch ein feines Sieb streichen. Die traditionelle tschechische Methode ist das Passieren, doch das Pürieren gibt mehr Fülle. Den passierten Sud zurück in den Topf geben und bei mittlerer Hitze erwärmen. In einem separaten kleinen Topf 15 g Butter schmelzen, 2 EL Mehl zugeben und 3 Minuten bei niedriger Hitze anschwitzen. Unter Rühren mit dem Schneebesen, damit keine Klümpchen entstehen, den passierten Sud nach und nach zugeben. Wenn alles eingearbeitet ist, 200 ml saure Sahne und 100 ml Milch zugeben und mit 2 TL Zucker, 1 EL Essig und 1 EL Zitronensaft abschmecken. Mit Salz final anpassen und 5 Minuten kochen, bis die Oberfläche blubbert und die Sauce sämig wie eine Cremesuppe ist.

STEP 55 / 6

Den Teig herstellen

15 Min. + 40 Min. Gehzeit

Der Knedlíky-Teig wird auf bemehlter Fläche zu einer Rolle geformt
Den aufgegangenen Teig zu einer Rolle formen. Richtwert: 6 bis 7 cm Durchmesser, 15 cm Länge

In einer Schüssel 150 ml lauwarme Milch und 1 TL Trockenhefe 5 Minuten stehen lassen, bis sie sich löst. 300 g Mehl, 1 Ei und 1/2 TL Salz zugeben und 10 Minuten kneten, bis der Teig glatt ist. Mit Folie abdecken und 40 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen. Wenn der Teig um etwa das 1,5-Fache aufgegangen ist, die getoasteten, in 1-cm-Würfel geschnittenen Brotstücke untermischen.

STEP 66 / 6

Formen und kochen

25 Min.

Geschnittene tschechische Knedlíky: luftige weiße Schnittfläche
Knedlíky. In Brotteig gekochte und in Scheiben geschnittene tschechische Beilage mit einer schwammartigen Textur, die die Sauce aufsaugt

Den Teig halbieren und jede Hälfte zu einer Rolle von etwa 6 bis 7 cm Durchmesser und 15 cm Länge formen. Einen großen Topf mit reichlich Wasser aufkochen und 1 TL Salz zugeben. Die Teigrollen vorsichtig hineinlegen, mit Deckel bei niedriger bis mittlerer Hitze 20 Minuten kochen und zwischendurch einmal wenden, damit sie gleichmäßig garen. Wenn die Mitte schön aufgegangen ist und beim Einstechen eines Spießes kein Teig haften bleibt, auf ein Brett nehmen und in 2 cm dicke Scheiben schneiden. Mit einem Faden geschnitten wird die Schnittfläche schön.

0 / 0
Ingredients

Zutaten

1 / 4

Rindfleisch und Würzung

Zutat Menge Ersatz und Hinweise
Rinderfilet oder Hüftsteak am Stück 800 g Durch Rinderkeule am Stück ersetzbar. Ein mageres Stück eignet sich
Speck (Scheiben) 4 Zum Spicken (Fett in das Fleisch einbringen). Kann entfallen
Salz 2 TL —
Schwarzer Pfeffer 1 TL —
Piment (Körner) 4 Körner Gemahlen: 1/4 TL
Lorbeerblätter 2 —
Thymian 1 TL Getrocknet. Frisch: 2 Zweige
Pflanzenöl 2 EL Mit 2 EL Schmalz noch authentischer
Wo man das Rindfleisch bekommt

Am einfachsten ist ein Stück Rinderkeule (500 bis 800 g), wie man es für Rinderbraten verkauft. Beim Metzger oder im Großhandel gibt es günstig auch Stücke von etwa 1 kg. Wichtig ist, ein mageres Stück mit viel Fleisch zu wählen. In Tschechien bezeichnet »Svíčková« einen bestimmten Teil der Lende, doch mit Hüfte gelingt es ebenfalls gut.

2 / 4

Sahnesauce (omáčka na smetaně)

Zutat Menge Ersatz und Hinweise
Karotten 2 (200 g) —
Knollensellerie 100 g Durch 2 Stangen Staudensellerie ersetzbar
Pastinake 1 (100 g) Petersilienwurzel. Ersatzweise 50 g Karotte mehr
Zwiebel 1 (200 g) —
Butter 30 g —
Weizenmehl 2 EL —
Saure Sahne 200 ml Durch 150 ml Sahne + 1 EL Zitronensaft ersetzbar
Milch 100 ml —
Zucker 2 TL Zum Einstellen der Süße der Sauce
Essig 1 EL Ideal ist Weißweinessig. Reisessig geht auch
Zitronensaft 1 EL —
Salz 1 TL Beim Abschmecken anpassen
Pastinake und Knollensellerie

Gibt es keine Pastinake, 50 g Karotte mehr nehmen und etwas Selleriegrün zur Aromaergänzung zugeben. Gibt es keinen Knollensellerie, durch 2 Stangen Staudensellerie ersetzen. Je nach Ort findet man Pastinake und Knollensellerie im Bioladen, auf dem Markt oder beim Gemüsehändler.

3 / 4

Knedlíky (Brotknödel, für 4 Personen)

Zutat Menge Ersatz und Hinweise
Weizenmehl Type 550 (Brotmehl) 300 g Oder 200 g normales Mehl + 100 g Brotmehl
Trockenhefe 1 TL (3 g) —
Milch (lauwarm) 150 ml Auf etwa 35 °C erwärmen
Ei 1 —
Salz 1/2 TL —
Brot (Toastbrot) 2 Scheiben In 1-cm-Würfel geschnitten und geröstet. Kann entfallen
4 / 4

Garnitur

Zutat Menge Hinweise
Schlagsahne Nach Bedarf Ungesüßt geschlagen
Preiselbeersauce 4 EL Ersatzweise Preiselbeermarmelade aus dem Glas
Zitronenscheiben 4 Zur Dekoration
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Sahne und Wurzelgemüse: die »Seele Tschechiens«

In der Tschechischen Republik gibt es ein Gericht, das man »den Geschmack des Sonntags« nennt. Svíčková na smetaně ist Rindfleisch, lange mit Wurzelgemüse geschmort, dessen Sud, in dem sich das Aroma des Gemüses aufgelöst hat, mit saurer Sahne vollendet wird – das Nationalgericht, auf das Tschechien weltweit stolz ist.

Hochzeitsessen, Weihnachtstafel, Familienmittagessen am Wochenende: Es erscheint an jedem »besonderen Tag« in Tschechien. Auf zarten Rindfleischscheiben liegt eine sämige, blass beigefarbene Sahnesauce. Daneben luftige Knedlíky – Tschechiens eigene Brotknödel. Zum Abschluss ein Löffel Schlagsahne und Preiselbeersauce (brusinky). Der Moment, in dem Säuerliches und Cremiges verschmelzen, ist der größte Reiz der Svíčková.

Was ist Svíčková?

»Svíčková« leitet sich vom tschechischen Wort »svíčka« ab, das »Kerze« bedeutet. Der Name rührt von der Form des Rinderfilets (Lende), das einer länglichen Kerze ähnelt. »Na smetaně« bedeutet »mit saurer Sahne«. Svíčková na smetaně heißt also wörtlich »Lende in saurer Sahnesauce«.

Außerhalb Tschechiens ist das Gericht wenig bekannt. Ungarisches Gulasch hat einen gewissen Ruf, doch das Aushängeschild des Nachbarlands ist noch fast unbekannt. Dieser Artikel erklärt ausführlich, wie man die Svíčková der tschechischen Hausküche mit leicht erhältlichen Zutaten nachkocht.


Zutaten (4 Portionen)

Achtung bei Allergien

Die Knedlíky enthalten Weizenmehl, Ei und Milchprodukte. Auch die Sauce enthält saure Sahne (Milchprodukt) und Weizenmehl. Vorsicht bei Weizen-, Ei- und Milchallergie. Statt der Knedlíky lassen sich auch gekochte Kartoffeln reichen.


Zubereitung

Das Rindfleisch vorbereiten und anbraten

Das Gemüse anbraten und schmoren

Den Sud zur Sauce machen

Knedlíky herstellen (parallel, während das Fleisch schmort)

Anrichten

Abschluss und Anrichten (5 Min.) — Das Rindfleisch in 5 mm bis 1 cm dicke Scheiben schneiden. Auf dem Teller 3 bis 4 Scheiben Knedlíky anordnen und daneben die Rindfleischscheiben überlappend legen. Reichlich Sahnesauce über Fleisch und Knedlíky geben, einen Löffel Schlagsahne und einen Löffel Preiselbeersauce dazugeben. Mit einer Zitronenscheibe garnieren.


Kochtipps

Die Balance des Saucengeschmacks ist entscheidend

Der Geschmack der Svíčková-Sauce ergibt sich aus der Balance dreier Elemente: Süße, Säure und Cremigkeit. Zucker steuert die Süße bei, Essig und Zitronensaft die Säure, die saure Sahne die Rundheit. Sticht eines davon hervor, ist es misslungen; ideal ist, wenn alles zu einem Geschmack verschmilzt. Essig und Zitronensaft in kleinen Mengen zugeben und dabei abschmecken.

Das Fleisch quer zur Faser schneiden

Das geschmorte Rindfleisch immer quer zur Faser schneiden. Entlang der Faser ist es auch zart geschmort schwer zu kauen. Ideal sind 5 mm bis 1 cm Dicke. Zu dünn, und das Fleisch verliert an Präsenz; zu dick, und die Sauce haftet schlecht.

Knedlíky mit Faden statt mit Messer schneiden

Schneidet man gekochte Knedlíky mit dem Messer, wird die Schnittfläche gequetscht, und die Luftigkeit geht verloren. In tschechischen Haushalten nimmt man dicken Baumwollfaden oder Zahnseide. Man führt ihn unter den Teig und kreuzt ihn, indem man beide Enden anhebt. Die Schnittfläche bleibt locker, und die Scheiben werden schön rund.


Abwandlungen

Weiterentwicklungen der Svíčková

Schnellkochtopf-Version — Das 2-stündige Schmoren verkürzt sich auf 40 Minuten. Das Fleisch wie gewohnt anbraten, nach Zugabe von Gemüse und Wasser 30 Minuten unter Druck garen und 10 Minuten natürlich entspannen lassen. Die Zartheit ist nahezu die gleiche wie beim normalen Schmoren.

Svíčková wird normalerweise mit Rindfleisch gemacht, kann aber nach Budget und Vorliebe ersetzt werden.

Svíčková vom Schwein — Ist Rindfleisch teuer, kann man es durch Schweinenacken oder Schweinelachs ersetzen. Die Schmorzeit verkürzt sich auf 1 Std. 30 Min. Weil das Schweinefleisch mehr Fett in die Sauce abgibt, ist die Balance besser, wenn man die saure Sahne auf 150 ml reduziert.

Svíčková vom Huhn — Mit Hähnchenbrust verkürzt sich die Schmorzeit auf 45 Minuten. Empfehlenswert für alle, die ein leichteres Ergebnis mögen. Wie beim georgischen Satsiwi wird die Kombination aus Hühnerfleisch und cremiger Sauce von Europa bis zum Kaukasus geschätzt.

Abwandlungen der Beilage

Bramborové knedlíky (Kartoffelknödel) — Knödel auf der Basis von Kartoffelpüree statt Weizenmehl. Weiche Textur, und die Sauce haftet anders als an Brotknödeln. Machbar mit 300 g gekochten Kartoffeln, 100 g Stärke und 1 Ei.

Wenn Knedlíky zu schwierig sind, passt auch eine vertraute Sättigungsbeilage.

Reis als Ersatz — Es mag überraschen, aber weißer Reis passt sehr gut zur Sahnesauce der Svíčková.

Abwandlung mit anderen Zutaten

Svíčková nach japanischer Art — Statt saurer Sahne 200 ml Sojajoghurt verwenden und zum Wurzelgemüse 100 g Daikon-Rettich und 50 g Klettenwurzel geben. Das Aroma dieser japanischen Wurzeln passt erstaunlich gut zur traditionellen tschechischen Sauce. Statt der Preiselbeeren zum Abschluss kann man 1 TL Umeboshi-Paste nehmen. Auch empfehlenswert für alle, die Joghurtgerichte wie Qurutob aus Tadschikistan (auf Japanisch) mögen.


Hintergrund des Gerichts: die Geschichte der tschechischen Tafel

Atmosphäre einer traditionellen tschechischen Hospoda: Holztische und Biergläser in einem warmen Raum
Hospoda (traditionelles tschechisches Wirtshaus). Bier und Svíčková sind ein Goldduo der tschechischen Esskultur

Das Erbe der Habsburger

Die Ursprünge der Svíčková reichen ins 19. Jahrhundert zurück, als Tschechien Teil der österreichisch-ungarischen Monarchie (Habsburgerreich) war. Beeinflusst von der Wiener Hofküche, entwickelte sie sich in Böhmen eigenständig.

Als Wurzel gilt der österreichische »Tafelspitz« – das gekochte Rindfleischgericht, das Kaiser Franz Joseph I. liebte. Die Tschechen gaben ihm ihre eigene Abwandlung mit saurer Sahne und einer Wurzelgemüsesauce. Der Tafelspitz wird mit Meerrettichsauce gegessen, die Svíčková mit einer Sauce aus Wurzelgemüse und saurer Sahne. Dieser Unterschied ist die tschechische Esskultur selbst.

Die Knedlíky-Kultur

Knedlíky sind auf dem tschechischen Tisch unverzichtbar. Weder Brot noch Reis noch Kartoffeln: eine eigene Kategorie von Sättigungsbeilage. Wie Chatschapuri und Chinkali aus Georgien haben sich Sättigungsbeilagen aus Weizenmehl in Osteuropa und im Kaukasus vielfältig entwickelt.

Sie haben dieselbe Wurzel wie deutsche Knödel und österreichische Knödel, und wie sich Reis mit dem Plow aus Usbekistan verbindet, sind in Tschechien Knedlíky und Schmorgericht untrennbar; die tschechischen Knedlíky haben sich aber besonders in ihrer Fähigkeit entwickelt, »die Sauce aufzusaugen«. Das eigentümliche Verfahren, Brotteig zu Rollen zu formen und zu kochen, ist so angelegt, dass die Luftbläschen der Schnittfläche die Sauce wie ein Schwamm aufnehmen.

Die Svíčková heute

In Prag serviert man Svíčková in bekannten Häusern der Altstadt wie »U Fleků« (gegründet 1499) oder »Lokál« (Vorreiter der neuen tschechischen Küche). Neben der griechischen Moussaka wird sie zum Klassiker der kulinarischen Reise durch Europa.

Svíčková ist wie das ungarische Gulasch ein Gericht, das eng mit der Identität des Landes verbunden ist.


Nährwerte (eine Portion von 4)

Nährstoff Gehalt
Energie 680 kcal
Eiweiß 42 g
Fett 28 g
Kohlenhydrate 62 g
Ballaststoffe 4 g
Natrium 780 mg

Svíčková ist reich an hochwertigem Eiweiß aus dem Rindfleisch. Das Wurzelgemüse der Sauce (Karotte, Pastinake, Knollensellerie) liefert Vitamin A, Vitamin C und Kalium. Preiselbeersauce enthält Proanthocyanidine (eine Art Polyphenole), von denen man eine antioxidative Wirkung erwartet. Da saure Sahne und Butter aber viel Fett liefern, sollte man nicht zu viel davon essen.


Weitere passende Gerichte

  • Flämische Carbonnade – Zutaten und Düfte derselben Region lassen sich wiederverwenden.
  • Waterzooi (auf Japanisch) – Zutaten und Düfte derselben Region lassen sich wiederverwenden.
  • Pašticada (auf Japanisch) – Zutaten und Düfte derselben Region lassen sich wiederverwenden.
  • Vepřo knedlo zelo – Andere tschechische Knedlíky, mit Schweinebraten und Sauerkraut für ein schlichtes Mittagessen.

Häufige Fragen

Die häufigsten Fragen zur Svíčková

Fragen, die oft von Leuten kommen, die zum ersten Mal tschechische Küche ausprobieren, mit Antworten auf Grundlage der tschechischen Esskultur.

Q1. Die Sauce ist zu dünn geworden. Was tun?

Die Dicke der Sauce wird mit der Mehlschwitze eingestellt. Ist die Sauce wässrig, eine zusätzliche Schwitze aus 10 g Butter und 1 EL Mehl machen und nach und nach einrühren. Ist sie zu schwer, mit je 1 EL Milch verdünnen. Ideal ist eine Dicke, bei der eine Fingerspur auf dem Löffelrücken stehen bleibt.

Q2. Meine Knedlíky sind hart geworden. Woran liegt das?

Die Hauptursachen sind »zu viel geknetet« und »Wasser zu heiß«. Hören Sie mit dem Kneten auf, sobald der Teig glatt ist. Außerdem das Kochwasser nicht sprudelnd kochen lassen, sondern bei niedriger bis mittlerer Hitze auf leisem Köcheln halten. Bei starkem Kochen gart nur die Oberfläche, die Mitte bleibt roh, und das Ergebnis ist hart.

Q3. Schmeckt Svíčková am nächsten Tag besser?

Ja, viele Tschechen sagen: »Am nächsten Tag schmeckt sie am besten.« Das gilt für Schmorgerichte allgemein: Über Nacht gehen Aroma von Fleisch und Gemüse in die Sauce über, und der Geschmack wird einheitlicher. Über Nacht im Kühlschrank ruhen lassen und bei niedriger Hitze langsam aufwärmen. Die Knedlíky sind aber idealerweise am selben Tag zu essen. Am nächsten Tag 30 Sekunden in der Mikrowelle oder über Dampf aufwärmen, dann kehrt die Luftigkeit zurück.

Q4. Was kann man statt Preiselbeersauce nehmen?

Heidelbeermarmelade und Preiselbeermarmelade (Lingonberry) sind die nächsten Ersatzprodukte. Sie sind in Läden mit nordischen Lebensmitteln zu finden. Überraschend passt auch Zitrusmarmelade (zum Beispiel Yuzu) mit ihrer guten Balance von Säure und Süße zur Svíčková-Sauce.

Q5. Ist das Spicken wirklich nötig?

Man kann es weglassen, und das Gericht gelingt trotzdem, aber die Saftigkeit des Fleischs leidet deutlich. Mageres Fleisch wird beim 2-stündigen Schmoren leicht trocken; das Speckfett, das es von innen befeuchtet, ist sehr wirkungsvoll. Ist es zu mühsam, erzielt man einen ähnlichen Effekt, indem man das Fleisch mit einer Gabel einsticht, mit Speck umwickelt und mit Küchengarn bindet.


Quellen


Zusammenfassung

Svíčková na smetaně ist der »Geschmack des Herzens«, nach dem sich Tschechen überall auf der Welt sehnen. Die Süße des Wurzelgemüses, die Rundheit der sauren Sahne, die Säure der Preiselbeeren und das zarte Rindfleisch: Ein Teller, in dem alles harmoniert, verspricht einen Geschmack, der mehr als 2 Stunden Schmoren wert ist.

Das Gericht ist außerhalb Tschechiens wenig bekannt, doch alle Zutaten sind leicht erhältlich. Die Knedlíky haben mit den Manti aus Usbekistan (auf Japanisch) die Idee gemeinsam, dass ein Teig aus Mehl die Sauce aufsaugt, und sollten vielen Vorlieben entsprechen.

Versuchen Sie es zuerst an einem ruhigen Wochenendnachmittag. Der tschechische »Geschmack des Sonntags« bringt frischen Wind auf Ihren Tisch. Zusammen mit ungarischem Gulasch und griechischer Moussaka lässt sich die Tiefe europäischer Schmorgerichte erleben.