Caldo verde, die portugiesische Nationalsuppe: grüne Suppe auf Kartoffelbasis mit Grünkohl und Chouriço
Vorbereitung15 Min.
Garzeit30 Min.
Portionen4 Portionen
KüchePortugiesisch

Caldo verde: portugiesische grüne Suppe mit Kartoffeln, Grünkohl und Chouriço

Rezept für Caldo verde, die portugiesische Nationalsuppe: eine glatte Kartoffelsuppe mit hauchdünn geschnittenem Grünkohl und Chouriço. Tipps zur Zubereitung, Varianten (vegan, mit Ei, mit Speck), Aufbewahrung, passendes Getränk und der Hintergrund der Suppe aus dem Minho.

Gesamt: 45 Min.Schwierigkeit: Einfach

Cooking flow

Zubereitung

STEP 11 / 6

Kartoffeln und Zwiebel vorbereiten (10 min)

10 min

Kartoffeln werden vorbereitet
Kartoffeln und Zwiebel vorbereiten. Klein geschnittene Kartoffeln garen schneller

Die Kartoffeln schälen und in 2 cm Würfel schneiden. Die Zwiebel in 3–5 mm Würfel hacken, den Knoblauch fein hacken. Gleichmäßige Würfel garen gleichmäßig und lassen beim Zerdrücken keine Körnigkeit zurück. Die Kartoffeln müssen nicht gewässert werden: Ihre Stärke bindet die Suppe.

STEP 22 / 6

Die Kartoffeln kochen (20 min)

20 min

Kartoffeln garen im Topf
Kartoffeln und Zwiebel schmoren. 15 Minuten bei schwacher Hitze, bis die Kartoffeln ganz weich sind

In einem Topf 2 EL Olivenöl bei mittlerer Hitze erhitzen. Die Zwiebel zugeben und 3 Minuten braten. Wenn sie glasig ist, den Knoblauch zugeben. Eine weitere Minute. Kartoffeln und 1 L Wasser zugeben und auf starke Hitze stellen. Nach dem Aufkochen auf schwache Hitze zurückschalten und zugedeckt 15 Minuten garen, bis sich die Kartoffeln mit der Gabel zerdrücken lassen.

Wasser oder Brühe

Im traditionellen portugiesischen Rezept nimmt man nur Wasser: Die Grundlage entsteht allein aus dem Geschmack von Kartoffeln und Chouriço. Mit Hühnerbrühe wird es aber tiefer im Geschmack. Beim ersten Mal ist man mit Brühe weniger fehleranfällig.

STEP 33 / 6

Die Kartoffeln zerdrücken (3 min)

3 min

Die Suppe wird mit dem Stabmixer püriert
Mit dem Stabmixer pürieren. Nicht ganz glatt, ein paar Stückchen belassen: so macht man es in Portugal

Die Hitze ausschalten und die Kartoffeln mit dem Stabmixer pürieren. Entscheidend ist, die Suppe nicht ganz glatt zu machen. Es sollen noch einige Stückchen bleiben. In Portugal gilt „Suppe, keine Cremesuppe“ als klassisch. Ohne Stabmixer mit dem Kartoffelstampfer grob zerdrücken.

STEP 44 / 6

Den Grünkohl vorbereiten (5 min)

5 min

Die Grünkohlblätter werden hauchfein geschnitten
Grünkohl schneiden. Rippen entfernen, Blätter aufeinanderlegen und aufrollen, dann in 1–2 mm Streifen schneiden. Diese Feinheit ist der Schlüssel zur Textur des Caldo verde

Von den Grünkohlblättern die dicken Rippen entfernen. Mehrere Blätter aufeinanderlegen, aufrollen und von der Seite in 1–2 mm feine Streifen schneiden. Diese Feinheit ist entscheidend. Sind sie dick, ist der Kohl in der Suppe unangenehm zu essen. In portugiesischen Haushalten benutzt man für diesen Schnitt sogar einen eigenen Schneider.

STEP 55 / 6

Chouriço und Grünkohl zugeben und abschließen (5 min)

5 min

Der Chouriço wird in den Topf gegeben
Die Chouriço-Scheiben zugeben. Fett und Räuchergeschmack des Chouriço gehen in die Suppe über

Den Chouriço in 5 mm dicke Scheiben schneiden. Die pürierte Suppe wieder auf mittlere Hitze setzen und erwärmen, bis die Oberfläche leise zittert. Den Chouriço zugeben und 3 Minuten kochen. Wenn das Fett als rote Punkte oben schwimmt und der Räucherduft aufsteigt, den fein geschnittenen Grünkohl zugeben und 2 Minuten garen. Aufhören, wenn der Grünkohl in leuchtendem Grün zusammengefallen ist und die Suppe noch leicht bindet. Mit Salz und schwarzem Pfeffer abschmecken.

Den Grünkohl nur minimal garen

Der Grünkohl bleibt nur 2 Minuten im Topf: Kocht er länger, ist es kein „verde“ (grün) mehr. Die leuchtende Farbe und den Biss des Grünkohls zu erhalten ist der Kern des Caldo verde.

STEP 66 / 6

Anrichten (2 min)

2 min

STEP 6

Pro Person 250–300 ml Suppe in einen Suppenteller füllen und 2–3 Scheiben Chouriço in die Mitte legen, sodass das Grün des Grünkohls an der Oberfläche sichtbar bleibt. Zum Schluss 1/2 EL Olivenöl darüberträufeln; es genügt, wenn sich ein dünner goldener Ring auf der Oberfläche bildet. Mit Brot (wenn möglich Broa, portugiesischem Maisbrot) servieren.

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Ingredients

Zutaten

1 / 2

Zutaten

Zutat Menge Ersatz und Hinweise
Kartoffeln (eher festkochend) 600 g (etwa 4) Mehlig kochende gehen auch
Grünkohl (Krauskohl) 200 g Ersatzweise 150 g Komatsuna (oder Senfspinat) + 5 Shiso-Blätter oder grüne Außenblätter von Weißkohl
Chouriço (portugiesisch) 150 g Ersatzweise spanische Chorizo oder Wurst
Zwiebel 1 (gehackt) —
Knoblauch 3 Zehen (gehackt) —
2 / 2

Würzung

Zutat Menge Ersatz und Hinweise
Natives Olivenöl extra 4 EL 2 EL zum Abschluss beiseitelegen
Salz 1 TL Beim Abschmecken anpassen
Schwarzer Pfeffer 1/2 TL —
Wasser (oder Hühnerbrühe) 1 L Mit Brühe wird es runder
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Die Seele Portugals in einer Suppe

Was fällt Ihnen bei portugiesischer Küche ein? Pastel de nata. Bacalhau. Fragt man Portugiesen aber nach ihrem liebsten Gericht, kommt eine überraschende Antwort: Caldo verde. Das bedeutet „grüne Brühe“.

Es sind nur vier Zutaten: Kartoffeln, Grünkohl, Chouriço, Olivenöl. Das genügt. Die Kartoffeln werden zu einer glatten Suppe püriert. Darauf schwimmt hauchfein geschnittener Grünkohl. Der Chouriço gibt seine Würze ab. Zum Schluss ein Schuss Olivenöl. Schlicht, und doch mit einer gewissen Würde. Es ist ein Hausgericht, das auf den Bauernhöfen der Region Minho im Norden Portugals entstanden ist.

Was ist Caldo verde?

Auf Portugiesisch „grüne Brühe“. Als Ursprung gilt die Region Minho. Als Nationalsuppe taucht sie zu allen möglichen Anlässen auf.

Sie steht in einer Reihe mit den großen Klassikern der europäischen Suppenküche, etwa dem ungarischen Gulasch oder der tschechischen Svíčková (auf Japanisch).


Zutaten (für 4 Personen)

Hauptzutaten

Grünkohl und Ersatz

Krauser Grünkohl ist in vielen Supermärkten und Bioläden erhältlich. In Portugal verwendet man einen Kohl mit glatten Blättern, die Couve galega (couve galega). Krauser Grünkohl geht problemlos. Findet man keinen, kommt die Kombination aus 150 g Komatsuna (oder Senfspinat) und 5 Shiso-Blättern am nächsten; auch die grünen Außenblätter eines Kohlkopfs geben einen ähnlichen Biss mit einer Spur Bitterkeit.

Allergene

Chouriço enthält Schweinefleisch. Die Variante mit Ei verwendet Ei. Die vegane Version enthält wenige Allergene, doch wenn Sie den Chouriço durch Würstchen ersetzen, prüfen Sie die Zutatenliste des Produkts.

Portugiesischer Chouriço und spanische Chorizo

Der portugiesische Chouriço (chouriço) ist eine feste, stark geräucherte Trockenwurst. Die spanische Chorizo gibt es auch als rohe Variante. Ist sie getrocknet und geräuchert, geht die spanische Chorizo problemlos. Bei roher Chorizo erst in der Pfanne anbraten. Gibt es keine von beiden, gehen grob gehackte Schweinswürstchen mit 1 TL Paprikapulver.


Angerichteter Caldo verde mit Brot
Der fertige Caldo verde. Das abschließende Olivenöl zeichnet einen goldenen Ring auf die Suppe. In Portugal reicht man Brot dazu

Tipps zur Zubereitung

Die Qualität des Olivenöls entscheidet den Geschmack

Caldo verde ist eine minimal gewürzte Suppe, und die Qualität der Zutaten schlägt direkt auf den Geschmack durch. Das gilt besonders fürs Olivenöl. Verwenden Sie zum Abschluss gutes natives Olivenöl extra. Gibt es ein portugiesisches, ist das am besten.

Die Kartoffelsorte wählen

Eine festkochende Sorte ist besser. Sie zerfällt beim Kochen weniger und ergibt zerdrückt eine glatte Textur. Sehr mehlig kochende Sorten können die Suppe körnig machen. Wie beim bosnischen Burek ist es ein schlichtes Gericht, bei dem die Wahl der Zutaten über das Ergebnis entscheidet.

Die Dicke der Suppe einstellen

Ist die Suppe nach dem Zerdrücken der Kartoffeln zu dick, Wasser zugeben. Ist sie zu dünn, den Deckel abnehmen und 5 Minuten einkochen. Ideal ist die Konsistenz eines Dressings: Sie überzieht den Löffelrücken leicht. Nicht so dick wie eine Cremesuppe, nicht so dünn wie eine Consommé: Dieses Mittelmaß ist beim Caldo verde richtig.


Varianten

Vegane Version (ohne Chouriço)

Den Chouriço weglassen und stattdessen 2 TL geräuchertes Paprikapulver und 1/2 TL Rauchsalz zugeben. So wird der Räuchergeschmack des Chouriço mit Gewürzen nachgebildet. Die Fülle mit mehr Olivenöl ausgleichen.

Version mit Ei (caldo verde com ovo)

Zum Schluss ein pochiertes Ei auf die Suppe legen und beim Essen den Dotter aufbrechen. Eine moderne Variante, die in Lissabonner Restaurants beliebt ist. Es ist eine Art, Ei und Suppe zu verbinden wie bei der tunesischen Chakchouka.

Version mit Speck

Statt des Chouriço 100 g dick geschnittenen Räucherspeck verwenden. In 1 cm breite Streifen schneiden, zuerst knusprig braten und das Fett als Basis der Suppe nehmen. Der Räuchergeschmack des Specks übernimmt eine ähnliche Rolle wie der Chouriço. Eine einfache Version mit leicht erhältlichen Zutaten.

Version mit Rübchen

Die Hälfte der Kartoffeln durch 300 g Rübchen ersetzen und mit Würstchen + 1 EL Miso abschließen. Die Süße der Rübchen passt hervorragend zur Bitterkeit des Grünkohls. Die Fülle des Miso ersetzt den Chouriço.

Caldo verde wird bei einem portugiesischen Dorffest ausgeschenkt
Caldo verde wird bei einem portugiesischen Heiligenfest aus einem großen Topf ausgeschenkt. Dazu gibt es Broa (Maisbrot) und Wein

Hintergrund des Gerichts

Eine Suppe aus den Bauernhöfen des Minho

Caldo verde entstand auf den Bauernhöfen der Region Minho im Norden Portugals. Der genaue Ursprung ist unbekannt. Der Minho ist ein grünes Bauernland. Kohl (couve galega) wächst das ganze Jahr. Kartoffeln lassen sich lagern. Chouriço ist ein Vorrat, der bei der Hausschlachtung von Schweinen entsteht. Diese drei Dinge kommen im Minho zusammen.


Nährwerte (pro Person, bei 4 Portionen)

Angabe Gehalt
Energie 320 kcal
Eiweiß 12 g
Fett 16 g
Kohlenhydrate 34 g
Ballaststoffe 5 g
Natrium 580 mg

Dazu passend

Häufige Fragen

FAQ — 5 häufige Fragen

Fragen von Leuten, die Caldo verde zum ersten Mal kochen.

Q1. Was ist der beste Ersatz, wenn es keinen Grünkohl gibt?

150 g Komatsuna (oder Senfspinat) mit 5 Shiso-Blättern ist der nächste Ersatz. Der Biss der Komatsuna und die leichte Bitterkeit des Shiso bilden den Grünkohl teilweise nach. Auch die Außenblätter von Weißkohl (der dunkelgrüne Teil) gehen. Spinat ist zu weich, um Textur zu geben: letzter Ausweg.

Q2. Gelingt es auch ohne Chouriço?

Ja. Wie im Abschnitt zur veganen Version erklärt, lässt er sich durch geräuchertes Paprikapulver und Rauchsalz ersetzen. Das Fett des Chouriço gibt der Suppe aber viel Fülle, daher mehr Olivenöl nehmen (1 EL zusätzlich zum Abschluss).

Q3. Kann man sie vorbereiten?

Ja. Im Kühlschrank hält sie 3 Tage. Am nächsten Tag hat sich die Stärke der Kartoffeln mit der Suppe verbunden, und sie schmeckt besser. Der Grünkohl verfärbt sich jedoch: Zum Aufbewahren die Suppe vor dem Zugeben des Grünkohls aufheben und beim Aufwärmen frischen Grünkohl zugeben. Einfrieren ist bis zu 1 Monat möglich, doch die Kartoffelstärke verändert sich, und die Textur wird etwas anders.

Q4. Was tun ohne Stabmixer?

Mit dem Kartoffelstampfer grob zerdrücken. Das ist sogar traditioneller: Das Rezept entstand, als es auf den Höfen im Minho keinen Stabmixer gab. Auch mit der Gabel zerdrücken genügt. Einige übrig gebliebene Stückchen sind kein Problem.

Q5. Welches Getränk passt zum Caldo verde?

In Portugal ist Vinho verde das Standardgetränk. Meist mit „grüner Wein“ übersetzt, ist es ein leicht perlender Weißwein. Seine leichte Säure und die feine Kohlensäure bilden einen Kontrast zur Wärme der Suppe. Alkoholfrei sind Sprudelwasser mit einem Spritzer Zitrone schlicht und passen sehr gut.


Weitere europäische Gerichte

Schlichte Suppen und Eintöpfe Europas

Wenn Sie durch Caldo verde neugierig geworden sind, probieren Sie gern auch andere traditionelle Suppen und Eintöpfe Europas. Schlichte, aber tiefgründige Gerichte voller bäuerlicher Weisheit.

  • Gulasch — ungarischer Paprikaeintopf. Eine weitere Nationalsuppe, die für Europa steht
  • Svíčková (auf Japanisch) — tschechischer Rindfleisch-Sahnebraten. Ein Meisterwerk der mitteleuropäischen Hausmannskost
  • Carbonnade — belgischer Bierschmorbraten. Ein Schmorgericht, das über die kalten Winter Nordeuropas hilft
  • Moussaka — griechischer Auflauf aus Aubergine und Hackfleisch. Ein Klassiker der Mittelmeerküche

Quellen

  • Leite, D. (2009). The New Portuguese Table. Clarkson Potter. — Rezeptbuch einer mit dem James-Beard-Preis ausgezeichneten Kennerin der portugiesischen Küche
  • Ortins, A. P. (2006). Portuguese Homestyle Cooking. Interlink Books. — portugiesische Hausmannskost