Sudanesische Kisra: dünne fermentierte Sorghum-Crêpes mit Eintopf, traditionell angerichtet
Vorbereitung24 Std.
Garzeit30 Min.
Portionen4 Portionen
KücheSudanesisch

Kisra: das fermentierte Sorghum-Fladenbrot, Grundnahrungsmittel des Sudan

Rezept für sudanesische Kisra, dünne Crêpes aus fermentiertem Sorghummehl. Tipps zur Fermentation, Zubereitung des Mulah (Eintopf als Beilage), Varianten, sudanesische Tischkultur und Aufbewahrung.

Gesamt: 24 Std. 30 Min.Schwierigkeit: Mittel

Cooking flow

Zubereitung

STEP 11 / 8

Sorghummehl anrühren

5 min

Sorghummehl wird mit lauwarmem Wasser zu Teig angerührt
Das lauwarme Wasser nach und nach einrühren. Bleiben Klümpchen, gibt es beim Backen Löcher und ungleiche Dicke: rühren, bis der Teig glatt ist

In einer großen Schüssel 300 g Sorghummehl und 50 g Weizenmehl vermischen und 500 ml lauwarmes Wasser (35 bis 40 °C) nach und nach unter kräftigem Rühren mit dem Schneebesen zugeben. Um Klümpchen zu vermeiden, zuerst mit wenig Wasser anrühren und dann nach und nach mehr zugeben. Ziel ist ein flüssiger, dünner Teig, etwas lockerer als Crêpeteig.

1/2 TL Salz zugeben und, wenn die Gärung schneller gehen soll, 2 EL Naturjoghurt.

STEP 22 / 8

Teig gären lassen

12–24 h

Fermentierter Sorghumteig mit kleinen Bläschen an der Oberfläche
Teig nach 24 Stunden Gärung. An der Oberfläche platzen kleine Bläschen, und es riecht leicht säuerlich. So sieht der ideale Zustand aus

Die Schüssel mit Frischhaltefolie abdecken und 12 bis 24 Stunden bei Raumtemperatur (25 bis 30 °C) stehen lassen. In sudanesischen Haushalten gibt man traditionell einen Rest des Teigs vom Vortag als „Starter“ in den nächsten Teig, was die Gärung stabilisiert. Hier übernimmt der Joghurt die Rolle des Starters.

Mit fortschreitender Gärung bilden sich kleine Bläschen auf der Oberfläche, und es riecht leicht säuerlich. Das zeigt, dass Milchsäurebakterien aktiv sind; sind Bläschen sichtbar, ist die Gärung abgeschlossen. Bei zu kurzer Gärung schmeckt die Kisra flach, bei zu langer wird sie zu sauer.

Die Gärung beurteilen

Ob die Gärung perfekt ist, erkennt man an Geruch und Bläschenmenge. Richtig ist eine leichte, frische Säure wie bei Joghurt. Riecht es stark sauer, käseartig, ist der Teig überfermentiert. Einen überfermentierten Teig kann man mildern, indem man 50 g frisches Sorghummehl untermischt.

STEP 33 / 8

Teigkonsistenz einstellen

3 min

Konsistenz des Kisra-Teigs, der in einem dünnen Strahl vom Löffel fällt
Den Teig so einstellen, dass er in einem durchgehenden Strahl fällt. Zu dick oder zu dünn, und die Crêpes werden nicht dünn

Nach der Gärung hat der Teig mehr Wasser und ist etwas dünner. Ideal ist eine Konsistenz, die beim Abgießen vom Löffel als durchgehender dünner Strahl von etwa 2 bis 3 mm Breite fällt. Ist der Teig zu dick, 1 bis 2 EL Wasser zugeben; ist er zu dünn, 1 bis 2 EL Sorghummehl.

STEP 44 / 8

Dünn in der Pfanne ausbacken

2–3 min pro Crêpe

Kisra wird in einer großen Pfanne gebacken, der Teig von Hand verstrichen
Den Teig nach dem Eingießen rasch verstreichen. Im Sudan backt man auf einer großen Eisenplatte (Dokka), zu Hause ist die Crêpe-Pfanne am besten

Eine beschichtete Pfanne oder Crêpe-Pfanne bei mittlerer Hitze gut vorheizen. Mit einem ölgetränkten Küchenpapier dünn einfetten.

Eine Kelle Teig in die Mitte der Pfanne gießen und die Pfanne sofort schwenken, damit sich der Teig verteilt. Alternativ mit einem T-förmigen Crêpe-Verteiler kreisend ausstreichen. In sudanesischen Haushalten nimmt man eine große Eisenplatte namens „Dokka“ und verstreicht den Teig mit der Handfläche rasch.

2 bis 3 Minuten bei schwacher bis mittlerer Hitze backen: Die Kisra ist fertig, wenn sich die Ränder von selbst anheben und die Oberfläche trocken ist. Kisra wird nur auf einer Seite gebacken. Sie muss nicht gewendet werden.

Tipps zum Backen

Einseitiges Backen ist richtig. Das Zeichen für Gelingen: Die Oberfläche ist ganz trocken, und die Ränder lösen sich von selbst von der Pfanne. Eine Bräunung ist nicht nötig. Zu lange gebacken wird die Kisra knusprig und bricht beim Abreißen und Eintunken in den Eintopf. Ideal ist, wenn sie saftig und biegsam bleibt.

STEP 55 / 8

Gebackene Kisra stapeln

10 min

Gebackene Kisra in einem Bambuskorb gestapelt
Die Kisra werden nach und nach gestapelt. Man sieht die weiche Textur und Dünne. Ideal ist, wenn jede gleichmäßig dünn ausgebacken ist

Jede fertige Kisra vorsichtig aus der Pfanne lösen und auf einem Teller stapeln. Ideal ist, sie zu stapeln, solange die Oberfläche trocken ist, die Ränder von selbst abstehen und das Ganze noch saftig-weich ist. In sudanesischen Haushalten stapelt man die frisch gebackenen Kisra in einem aus Bambus oder Palmblättern geflochtenen Korb.

Bis der Teig aufgebraucht ist, wiederholen Sie: Pfanne einfetten, Teig eingießen, verstreichen, bei schwacher bis mittlerer Hitze backen. Aus 300 g Mehl ergeben sich etwa 12 Kisra.

STEP 66 / 8

Mulah (Eintopf) zubereiten

40 min

Mulah köchelt im Topf, mit der Sämigkeit von Erdnüssen und Okra
Das Mulah Niamiya beim Schmoren. Auf Tomatenbasis machen die Fülle der Erdnüsse und die Bindung der Okra einen Eintopf, der hervorragend zur Kisra passt

Kisra allein ergibt noch keine Mahlzeit. Im Sudan isst man sie immer mit einem Eintopf namens Mulah (mulah / ملاح). Hier der gängigste, das „Mulah Niamiya“ (Niamiya-Eintopf).

2 EL Öl in einem Topf erhitzen und die gehackte Zwiebel 8 Minuten bei mittlerer Hitze goldbraun anbraten. Knoblauch zugeben und 2 Minuten braten, dann Kreuzkümmel, Koriander und Cayennepfeffer zugeben und 1 Minute braten.

Das mundgerecht geschnittene Rindfleisch zugeben und 5 Minuten anbraten, bis es Farbe nimmt. Dosentomaten, 200 ml Wasser und den Brühwürfel zugeben und aufkochen. Auf schwache Hitze stellen, zugedeckt 30 Minuten schmoren.

STEP 77 / 8

Okra und Erdnussbutter zugeben

10 min

Mulah, mit Okra und Erdnussbutter gebunden
Wenn sich die Bindung der Okra und das Fett der Erdnüsse verbunden haben und der Eintopf leicht zähflüssig ist, ist er fertig

Die Okra in 1-cm-Stücke schneiden und in den Eintopf geben. 3 EL Erdnussbutter in 2 EL lauwarmem Wasser auflösen, in den Eintopf rühren und gut vermischen. Weitere 10 Minuten bei schwacher Hitze köcheln. Fertig ist er, wenn die Bindung der Okra und die Fülle der Erdnüsse im Eintopf aufgegangen sind. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

STEP 88 / 8

Anrichten

3 min

STEP 8

3 bis 4 Kisra auf einer großen Platte ausbreiten und das Mulah in die Mitte geben. Nach sudanesischer Art reißt man die Kisra mit der Hand ab und tunkt sie in das Mulah. Man kann sie auch um eine Gabel wickeln.

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Ingredients

Zutaten

1 / 3

Kisra-Teig

Zutat Menge Austausch und Hinweise
Sorghummehl 300 g Ersatzweise 200 g Vollkornmehl und 100 g Buchweizenmehl (für den Getreidegeschmack)
Lauwarmes Wasser (35 bis 40 °C) 500 ml Die Temperatur ist wichtig für die Gärung
Weizenmehl (Type 405) 50 g Zum Binden. Für eine glutenfreie Version weglassen
Salz 1/2 TL —
Pflanzenöl 1 EL Damit nichts anklebt
Wo bekommt man Sorghummehl?

Sorghummehl (auch „Sorghum-Hirse-Mehl“, „weißes Sorghummehl“ oder auf Englisch „sorghum flour“) gibt es im Bioladen und online. Gibt es keins, erinnert eine Mischung aus 200 g Vollkornmehl und 100 g Buchweizenmehl an den Getreidegeschmack und die leichte Bitterkeit des Sorghums. Hirsemehl geht auch, schmeckt aber etwas anders.

Sorghumkörner und Mehl: rotbraune Körner und helles Mehl auf Holz
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2 / 3

Gärstarter (optional)

Zutat Menge Hinweise
Naturjoghurt 2 EL Beschleunigt die Gärung. Kann entfallen
Hinweis zu Allergenen

Dieses Gericht enthält Zutaten, die zu den deklarationspflichtigen Allergenen gehören: Weizen (Weizenmehl), Erdnuss (Erdnussbutter), Buchweizen (als Ersatz genannt) und Milch (Joghurt). Bei Weizenallergie lässt man das Weizenmehl weg und verwendet nur Sorghummehl (glutenfrei). Bei Erdnussallergie ersetzen Sie die Erdnussbutter durch Sesampaste.

Die nötige Gärzeit

Der Kisra-Teig muss mindestens 12 Stunden, idealerweise 24 Stunden gären. Am besten setzt man ihn am Vorabend an und backt am nächsten Tag. Im Winter bei niedriger Raumtemperatur gärt er langsamer: Nutzen Sie die Gärfunktion des Backofens (um 35 °C) oder einen Joghurtbereiter. Joghurt beschleunigt den Beginn der Gärung, aber auch ohne ihn gärt der Teig spontan bei Raumtemperatur.

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Beilage (Mulah Niamiya)

Zutat Menge Austausch und Hinweise
Rindfleisch (zum Schmoren) 300 g Mit Knochen schmeckt es kräftiger
Zwiebeln 2, fein gehackt —
Dosentomaten 1 Dose (400 g) Oder 4 frische Tomaten
Erdnussbutter (ungesüßt) 3 EL Auch Erdnusspaste
Okra 8 Unverzichtbar zum Binden. Tiefgekühlt möglich
Knoblauch 3 Zehen —
Pflanzenöl 2 EL —
Brühwürfel 1 —
Salz, Pfeffer nach Geschmack —
Kreuzkümmel, gemahlen 1 TL —
Koriander, gemahlen 1 TL —
Cayennepfeffer 1/2 TL Schärfe nach Geschmack
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Fermentiertes Brot vom Nil

Im Sudan, dessen Hauptstadt Khartum am Zusammenfluss von Weißem und Blauem Nil liegt, steht morgens, mittags und abends fast immer ein Gericht im Mittelpunkt des Tisches: die Kisra (Kisra / Kissra / كسرة).

Die Kisra ist ein crêpeartiges Brot: Sorghummehl wird mit Wasser angerührt, mindestens über Nacht fermentiert und dann dünn ausgebacken. Sie sieht französischen Crêpes oder dem äthiopischen Injera ähnlich, schmeckt aber ganz anders. Die Getreidesüße des Sorghums und eine milde Säure aus der Milchsäuregärung ergeben auch pur einen Geschmack mit Tiefe.

Was ist Kisra?

Der Name leitet sich von einem arabischen Verb für „brechen, zerreißen“ ab. Im Sudan reißt man die Kisra zu jedem Gericht mit der Hand ab, daher der Name. Während das äthiopische Injera aus Teffmehl besteht, wird Kisra aus Sorghummehl gemacht. Sie wird auch im Tschad, im Südsudan und in Eritrea viel gegessen.

Rezepte für Kisra sind außerhalb des Englischen selten; dort veröffentlichen Foodblogger ausführliche Rezepte für „Sudanese kisra“ samt kulturellem Hintergrund. Gerade jetzt, da fermentierte Speisen Afrikas wie das äthiopische Injera oder die marokkanische Tajine (auf Japanisch) Beachtung finden, ist es ein guter Zeitpunkt, die Kisra kennenzulernen. Dieser Beitrag erklärt Schritt für Schritt, wie sie zu Hause gelingt und wie man den sudanesischen Tisch erlebt.


Zutaten (4 Portionen, ca. 12 Crêpes)


Die Kisra wird mit der Hand abgerissen und in den Eintopf getunkt
So isst man Kisra. Im Sudan reißt man die Crêpe mit der Hand ab, tunkt sie in den Eintopf und führt sie zum Mund. Der geschmeidige Teig umschließt den Eintopf gut

Küchentipps

Die Gärtemperatur ist am wichtigsten

80 % des Erfolgs der Kisra entscheiden sich bei der Gärung. Die ideale Gärtemperatur liegt bei 25 bis 35 °C. Bei kühleren Räumen (15 bis 20 °C) gärt der Teig langsamer: Sorgen Sie auf diese Weise für Wärme. (1) Joghurtbereiter (am stabilsten), (2) Gärfunktion des Backofens bei 35 °C, (3) ein feuchtes Tuch auf den Warmhaltemodus eines Reiskochers legen, um indirekt zu wärmen. Im Sommer direktes Sonnenlicht meiden und an einem kühlen, dunklen Ort gären lassen.

Die Konsistenz des Teigs ist entscheidend

Der Kisra-Teig sollte idealerweise „etwas dicker als Kaffeesahne“ sein. Hebt man ihn mit dem Löffel an und lässt ihn fallen, muss er einen durchgehenden Faden bilden. Zu dick gerät die Kisra dick, zu dünn wird sie zu dünn und reißt. Da das Wasser nach der Gärung zunimmt, setzt man den Teig vor der Gärung „etwas dicker“ an.

Die Pfannentemperatur konstant halten

Für gleichmäßige Dünne ist eine stabile Pfannentemperatur unerlässlich. Bei starker Hitze stockt der Teig zu schnell und lässt sich nicht verstreichen, bei zu schwacher klebt er und löst sich nicht. Halten Sie mittlere bis schwache Hitze (ein Wassertropfen verdampft langsam). Die Pfanne nach jeder Kisra etwa 10 Sekunden vom Herd zu nehmen, stabilisiert die Temperatur.

Erst mit dem Mulah ist der Geschmack komplett

Kisra allein schmeckt zurückhaltend. Die Säure der Gärung und die Süße des Getreides vollenden sich erst mit einem fett- und gewürzreichen Eintopf (Mulah). Das Erdnussfett des Mulah zieht in den Teig, und die Kisra dient als „Gefäß“, das den Geschmack der Gewürze trägt. Dieses Verhältnis erinnert an Injera und Doro Wot.


Varianten

Kisra-Varianten auf einem sudanesischen Tisch: Sorghum- und Hirseversion
Je nach Region und Familie wird anderes Getreidemehl verwendet, und auch der Geschmack ist vielfältig. Sorghum, Hirse oder Mischungen: ganz nach Geschmack

Hirse-Kisra

In der westsudanesischen Region Darfur ist Kisra mit Hirsemehl (Perlhirse) statt Sorghum üblich. Mit 300 g Hirsemehl wird sie genauso zubereitet. Sie ist etwas süßer als die Sorghum-Version und hat eine hellere gelbe Farbe.

Version mit Weizenmehl (für Einsteiger)

Wenn es nicht der Originalgeschmack sein muss, empfiehlt sich eine Mischung aus 150 g Weizenmehl und 150 g Sorghummehl. Das Gluten des Weizenmehls bindet den Teig, die Kisra reißt weniger und lässt sich leicht handhaben. Die Gärzeit bleibt bei 12 bis 24 Stunden. Beim ersten Mal gelingt diese Version am sichersten.

Buchweizen-Kisra (Abwandlung)

Nimmt man statt Sorghum 300 g Buchweizenmehl, wird das Ergebnis den bretonischen Galettes (Buchweizen-Crêpes) ähnlich. Buchweizen ist ebenfalls glutenfrei und gärt gut, und sein röstiger Duft passt gut zu den Gewürzen des Mulah. Die Gärung dauert ebenfalls 12 bis 24 Stunden, aber da Buchweizen stärker aufgeht, geben Sie 50 ml mehr Wasser für einen lockereren Teig zu. Wie beim indischen Khichdi ist die Verbindung von Getreide und Gewürzen universell.

Süße Kisra (Dessertversion)

2 EL Zucker und 1 TL Zimtpulver in den Teig geben und die gebackenen Kisra mit Honig und gemahlenem Sesam bestreuen. Die Dessertversion bereitet man zu sudanesischen Festen (zum Beispiel Id al-Fitr) zu, auch Kinder mögen sie. Auch die algerische Chorba Frik gehört unbedingt zum Fest nach dem Ramadan.

Mulah mit Hähnchen und Gemüse

Statt Rindfleisch 4 Hähnchenschenkel mit Knochen verwenden und 2 Auberginen und 1 Zucchini zugeben. Wird das Hähnchen zuerst angebraten und dann geschmort, bindet die Gelatine der Haut die Brühe. Die leichte Art erinnert auch an die leichte Suppe zum ghanaischen Fufu.


Herkunft des Gerichts

Sorghum und die Nilkultur

Sorghum (Sorghum bicolor), der Hauptbestandteil der Kisra, ist ein Getreide ostafrikanischen Ursprungs. Archäologische Untersuchungen im Ostsudan datieren seine Domestikation ins 4. Jahrtausend v. Chr. (Winchell et al., 2017, Current Anthropology).

Sorghum ist ein äußerst trockenheitsresistentes Getreide, das dem halbtrockenen Klima des Niltals bestens angepasst ist. Wo Weizen und Reis nicht wachsen, kann man Sorghum ernten: Das ist der wichtigste Grund, warum es in der sudanesischen Küche als Grundnahrungsmittel bestehen blieb.

Fermentationskultur und „Ajin“

Für die Gärung der Kisra verwendet man eine Starterkultur namens „Ajin (ajin / عجين)“: Der Rest des Teigs vom Vortag kommt wie bei einem Sauerteig in den nächsten Teig. Es ist nicht ungewöhnlich, dass das Ajin einer Familie über mehrere Generationen weitergegeben wird.

Diese „Weitergabe des Starters“ erinnert an die hauseigenen Fermentkulturen von Miso und Sojasoße in Japan. Sie zeigt ein universelles Thema fermentierter Lebensmittel: die kulturelle Weitergabe von Mikroorganismen.

Sudanesische Tischsitten und gemeinsames Essen

Eine sudanesische Mahlzeit dreht sich um ein großes rundes Tablett namens „Sufra“. Auf der Sufra breitet man die Kisra aus und stellt Mulah (Eintopf) und Salate darauf. Familie und Gäste versammeln sich um die Sufra und reißen mit der rechten Hand Kisra ab, um sie ins Mulah zu tunken.

So wie das bosnische Burek (auf Japanisch) ein Gericht für Gäste ist, haben Gastfreundschaftsgerichte in aller Welt eine gemeinsame Wärme. Am Tisch um Kisra und Mulah verdichtet sich diese Wärme.


Nährwerte (für 3 Kisra)

Ein fermentiertes, glutenfreies Grundnahrungsmittel

Sorghum ist ein von Natur aus glutenfreies Getreide.

Nährstoff Menge
Energie 285 kcal
Eiweiß 8 g
Fett 4 g
Kohlenhydrate 56 g
Ballaststoffe 5 g
Natrium 320 mg

Zusammen mit dem Rindfleisch und den Erdnüssen des Mulah ergänzen sich Eiweiß und Fett, und es entsteht eine ausgewogene Mahlzeit.


Dazu passen

Häufige Fragen

FAQ: 5 häufige Fragen

Fragen, die Menschen oft stellen, die zum ersten Mal Kisra machen, von der Steuerung der Gärung bis zu Aufbewahrung und Ersatzzutaten.

Q1. Ich bekomme kein Sorghummehl. Was kann ich nehmen?

Der nächste Ersatz ist die Mischung aus 200 g Vollkornmehl und 100 g Buchweizenmehl. Das Vollkornmehl bringt den Getreidegeschmack, der Buchweizen besonderen Geschmack und Farbe. Hirse- oder Perlhirsemehl geht auch, schmeckt aber allein anders, deshalb am besten halb und halb mit Vollkornmehl mischen. Die Gärung läuft in allen Fällen gleich.

Q2. Was tun, wenn die Gärung nicht klappt?

Zeigen sich nach 12 Stunden keine Bläschen, ist die Temperatur sehr wahrscheinlich zu niedrig. Stellen Sie die Schüssel in den Joghurtbereiter oder in ein Wasserbad mit lauwarmem Wasser (etwa 35 °C). Auch 2 EL Naturjoghurt, untergerührt, beschleunigen die Gärung. Tut sich nach 24 Stunden nichts, werfen Sie den Teig nicht weg: Geben Sie etwas Trockenhefe (1/4 TL) zu und warten Sie 4 bis 6 Stunden.

Q3. Wie lange hält sich Kisra?

Gebackene Kisra hält sich, fest in Folie gewickelt, 3 Tage im Kühlschrank. Vor dem Essen 10 Sekunden in der Mikrowelle oder kurz auf beiden Seiten in der Pfanne erwärmen, dann wird sie wieder weich. Einfrieren ist 1 Monat lang möglich. Jede Crêpe einzeln in Folie wickeln, in einen Gefrierbeutel legen und zum Essen bei Raumtemperatur auftauen und erwärmen.

Q4. Ist es sicher, dass sie nur auf einer Seite gebacken wird?

Ja. Der Kisra-Teig ist dünn, sodass die Hitze von einer Seite genügt, um alles zu garen. Sie ist fertig, wenn die Oberfläche ganz trocken und matt ist. Falls Sie unsicher sind, verlängern Sie die Backzeit um 30 Sekunden oder garen Sie mit Deckel im Dampf.

Q5. Was unterscheidet sie vom Injera?

Der Hauptunterschied sind Getreide und Textur. Kisra wird aus Sorghummehl gemacht und dünn und geschmeidig ausgebacken. Injera besteht aus Teffmehl und wird dick und schwammig gebacken. Kisra isst man oft gefaltet oder gerollt, Injera dient als Teller unter dem Eintopf. Getreide und Backweise sind verschieden.


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Wenn Kisra Ihr Interesse geweckt hat, probieren Sie auch andere fermentierte Speisen und Getreidegerichte Afrikas.

  • Injera: das äthiopische fermentierte Fladenbrot aus Teffmehl, eine Art „Cousin“ der Kisra
  • Doro Wot: der äthiopische Gewürzhähnchen-Eintopf, hervorragend zu Injera und Kisra
  • Ugali: das ostafrikanische Maismehl-Grundnahrungsmittel, die geformte, nicht fermentierte Variante
  • Fufu: das ghanaische Yams-Grundnahrungsmittel, das wie die Kisra mit der Hand abgerissen wird
  • Tibs (auf Japanisch): das äthiopische Pfannengericht mit Fleisch, ideal zu Injera oder Kisra

Quellen

Kultur, Geschichte, Forschung