Der Kokosdampf wird dichter: der grüne Eintopf aus Bicol
Gießt man die Kokosmilch in den Topf, wird die Luft in der Küche für einen Moment weich. Dazu kommen Ingwer, Knoblauch, Zwiebel, Schweinefleisch und Bagoong, und man lässt alles leise schmoren. Legt man darüber einen Haufen trockener Blätter, fragt man sich zunächst mit leichter Sorge, ob man das wirklich essen kann. Doch während man bei niedriger Hitze wartet, sinken die Blätter ein, die Farbe wird tiefer, und aus dem süßen Kokosduft steigen der Duft fermentierter Garnelen und Chili auf.
Laing (laing) ist ein Gericht aus getrockneten Taroblättern in Kokosmilch, beliebt in der Bicol-Region im Süden der Insel Luzon auf den Philippinen. Vor Ort heißt es manchmal Natong: Getrocknete Gabi-Blätter werden mit Kokosmilch, Kokoscreme, Schweinefleisch oder Meeresfrüchten, Chili und Bagoong Alamang geschmort. Wie das Bicol Express ist es ein typisches Gericht aus Bicol: „Kokos, Chili, fermentiertes Salz“.
Der Höhepunkt zu Hause ist der Umgang mit den getrockneten Taroblättern. In gewöhnlichen Läden findet man sie kaum: Man sucht sie im philippinischen Laden oder online. Mit einem Blattgemüse zu ersetzen erzeugt eine ähnliche Stimmung, doch der Duft des Laing selbst wird von den getrockneten Taroblättern bestimmt. Dieser Artikel bleibt beim Hauptweg mit getrockneten Blättern und ordnet auch, wie man sich an Tagen nähert, an denen man sie wirklich nicht bekommt, die Hitze und die sichere Schmorzeit.

Taroblätter enthalten Kristalle aus Calciumoxalat, die Mund und Rachen reizen. Auch getrocknete Blätter sind nichts, was man kurz gart. In diesem Artikel ist das Rezept so angelegt, dass die Blätter, nachdem sie in die Kokosmilch gedrückt wurden, mindestens etwa 45 Minuten garen, bis sie ganz weich sind. Kratzt es beim Essen im Hals, nicht weiteressen, sondern beim nächsten Mal länger garen.
Hintergrund des Gerichts: ein Land, in dem Gata und Chili zum Alltag gehören

Um die Bicol-Region zu verstehen, kommt man an Gata, also Kokosmilch, nicht vorbei. Kawaling Pinoy erklärt, dass die Kokospalme in Bicol eine wichtige Kulturpflanze ist und Kokosmilch in der Küche häufig verwendet wird. Dazu kommt Chili, und es entsteht eine eigene Schmorkultur, süß und rund, aber danach scharf.
Laing ist nicht einfach „Blattgemüse in Kokosmilch“. Getrocknete Taroblätter sind nicht so leuchtend grün wie frisches Blattgemüse: Sie haben einen tiefen, etwas erdigen Duft, der auch an Algen erinnert. Saugen sie Kokosmilch auf, lockern sich die Blätter und halten das Fett des Schweinefleischs und das Salz des Bagoong fest. Auf weißen Reis in kleiner Menge gegeben, dringt die kräftige Sauce zwischen die Reiskörner: Es ist ein Gericht, das man Stück für Stück isst.
Im 2026 aktualisierten Rezept von Panlasang Pinoy wird erklärt, nach dem Zugeben der getrockneten Taroblätter nicht zu rühren, sondern sie zuerst die Flüssigkeit aufsaugen zu lassen. Auch Kawaling Pinoy stellt vor, in den ersten 15 bis 20 Minuten nicht kräftig zu rühren und die Blätter nur in die Kokosmilch zu drücken. Das ist nicht nur Aberglaube: Es ist auch sinnvoll, um trockene Blätter ohne Brechen zu rehydrieren und den Mundeindruck nicht rau zu machen.
An der Tafel in Bicol ist Laing mal Hauptgericht, mal Beilage. Gegrillter Fisch, frittierter Fisch, weißer Reis, die Säure von Tomate und Zwiebel. Mit etwas Laing dazu rückt die Fülle der Kokosmilch sofort in die Mitte der Tafel. Es ist eine stille, kräftige philippinische Küche, anders als der Holzkohleduft des Chicken Inasal, die Säure des Sinigang oder der große Nudelteller Pancit Canton.
Zutaten (4 Portionen): Die getrockneten Blätter wirken wenig, quellen aber auf

Für 4 Personen. Da Laing Stück für Stück auf weißen Reis gelegt wird, sättigt es mehr, als es aussieht. 80 g getrocknete Taroblätter genügen. Breiten Sie sie vor dem Kochen mit der Hand aus und prüfen Sie, ob im Beutel große Stiele oder Fremdkörper sind.
Dieses Gericht verwendet Schweinefleisch, Meeresfrüchte (Bagoong, Fischsauce) und Kokosnuss. Da Bagoong meist aus Garnelen besteht, bei Krustentierallergie nicht verwenden. Wer Meeresfrüchte meiden will, kann sich mit 2 TL Miso und Salz nähern, doch das ist etwas anderes als der Duft fermentierter Garnelen, der zum Laing gehört.
Zutaten und Geräte für dieses Gericht
Beim Laing lohnen sich vor allem Kokosmilch, Fischsauce und ein tiefer Topf als Zukauf. Getrocknete Taroblätter sind eine Spezialzutat, doch Kokosmilch und Fischsauce lassen sich auch für das Bicol Express, das Kare-Kare und das Mie Goreng verwenden.
Zubereitung: Die getrockneten Blätter nicht hetzen
Laing ist kein Gericht, das man bei starker Hitze in einem Zug kocht. Bei einer Hitze, bei der sich die Kokosmilch nicht trennt, wartet man, bis die trockenen Blätter die Flüssigkeit aufsaugen. Je mehr man der Versuchung widersteht, im Topf zu rühren, desto glatter wird das Ergebnis.
Entscheidungstabelle: In einer gewöhnlichen Küche dem Original nahekommen

Laing wird leicht zu einem anderen Gericht, wenn man alle Zutaten durch Gewöhnliches ersetzt. Besonders die getrockneten Taroblätter sind die Mitte von Geschmack und Textur. Man kann sie ersetzen, doch geht nichts schief, wenn man es als „Kokos-Blattgemüse-Eintopf nach Laing-Art“ versteht.
In den Familien vor Ort werden getrocknete Taroblätter manchmal nicht mit Wasser gewaschen: Der Duft geht verloren, und sie zerbröseln leicht. Verwenden Sie aber ein importiertes Produkt, breiten Sie den Beutelinhalt aus und prüfen Sie, ob Fremdkörper oder andere Blätter dabei sind. Stört Schmutz, in ein Sieb geben, nur kurz durchs Wasser ziehen und sofort abtropfen lassen. Lange eingeweicht, verlieren sie den Duft und zerfallen leicht im Topf.
| Zutat, bei der man zögert | Original | Wenn man es anderswo macht | Wirkung des Ersatzes |
|---|---|---|---|
| Getrocknete Taroblätter | dried gabi leaves | Im philippinischen Laden oder online kaufen | Fast nicht ersetzbar |
| Kokosmilch | gata | Ungesüßte Dose verwenden | Kuh- oder Sojamilch: anderes Gericht |
| Kokoscreme | kakang gata | Zum Abschluss in kleiner Menge zugeben | Ohne sie sind Dichte und Glanz schwach |
| Bagoong | bagoong alamang | Garnelenpaste, Fischsauce + getrocknete Garnelen | Der Duft fermentierter Garnelen lässt sich nicht ganz ersetzen |
| Chili | siling labuyo usw. | Grüne Chili, Shishito, rote Chili | Ganz ohne Chili schwächt sich der Bicol-Charakter ab |
| Schweinefleisch | Bauch, Schulter | Bauch, Schulter, Thunfisch aus der Dose | Auch ohne Schwein möglich, doch die Fülle ist leichter |
An Tagen, an denen man keine getrockneten Taroblätter findet, kann man mit Komatsuna, Spinat oder Grünkohl einen Kokos-Blattgemüse-Eintopf machen. Die Garweise ändert man dabei aber stark. Frisches Blattgemüse wird blanchiert und ausgedrückt und nur für die letzten 10 Minuten in der Sauce geschwenkt. Würde man es wie getrocknete Taroblätter 45 Minuten kochen, gingen Farbe und Duft verloren.
Dagegen kommt dem, was man auf keinen Fall ersetzen sollte, am nächsten: gesüßte Kokosprodukte. Mit gesüßter Kokosmilch, Kokosgetränk oder Konditorcreme entsteht keine salzige Schmorspeise, die zu weißem Reis passt, sondern eine süße Sauce. Wählen Sie eine Dose mit dem Vermerk „ungesüßt“.
Fehlerursachen: Kratzen, Trennen und Wässrigkeit vermeiden

Die Fehler beim Laing entstehen eher durch Garen und Konsistenz als durch das Würzen. Blätter noch hart, Kokosmilch trennt sich und wird körnig, Sauce wässrig. Vermeidet man diese drei, wird es schon beim ersten Mal gut essbar.
| Fehler | Ursache | Wie man es behebt |
|---|---|---|
| Es kratzt im Hals | Blätter nicht genug erhitzt, Blätter haben keine Flüssigkeit aufgesogen | Zudecken und bei niedriger Hitze 10 bis 15 Minuten weitergaren |
| Wässrig | Zu viel Wasser zugegeben, bei geschlossenem Deckel zu wenig eingekocht | Den Deckel abnehmen und bei niedriger Hitze 10 Minuten einkochen |
| Die Kokosmilch trennt sich | Stark aufgekocht | Hitze senken und 2 EL Kokosmilch zugeben, damit sie sich verbindet |
| Zu salzig | Das ganze Bagoong auf einmal zugegeben | Kokosmilch und Blätter ergänzen. Am Tisch kein Bagoong ergänzen |
| Zu süß | Gesüßte Kokosmilch verwendet | Schwer zu korrigieren. Mit Fischsauce und Chili straffen und beim nächsten Mal ungesüßte Dose nehmen |
| Blätter in Stücken | Von Anfang an kräftig gerührt | Beim nächsten Mal 15 Minuten warten, bevor man großzügig wendet |
Zur Reizwirkung der Taroblätter erklärt das Poison Control Center des Children's Hospital of Philadelphia, dass oxalathaltige Pflanzen starke Reizungen in Mund und Rachen auslösen können. Beim Laing ist es wichtig, die getrockneten Blätter ausreichend zu garen. Auch Kawaling Pinoy gibt an, dass Gabi-Blätter gründlich gegart werden müssen, und stellt vor, sie zuerst ohne kräftiges Rühren in die Kokosmilch zu drücken.
Das Salz bis zum Schluss zurückhaltend halten. Das Salz des Bagoong ist je nach Produkt unterschiedlich, und manche sind schon bei 1 EL recht stark. Statt den Geschmack im Topf vollkommen festzulegen, lässt man am Tisch mit weißem Reis, etwas Bagoong und Zitrusfrüchten Spielraum: So ermüdet man nicht.
Aufbewahren und Aufwärmen: am nächsten Tag besser

Laing ist am nächsten Tag stimmiger. Die Blätter saugen das Kokosfett auf, und das Salz des Bagoong rundet die Kanten ab. Da es ein Gericht mit Kokosmilch ist, vermeidet man jedoch das Stehenlassen bei Raumtemperatur.
Im Kühlschrank rechnet man 2 bis 3 Tage. Sobald die Hitze weg ist, in einen flachen Behälter umfüllen und früh in den Kühlschrank stellen. In einem großen Topf stehen gelassen, kühlt die Mitte schlecht ab, und weil die Blätter dicht sind, verdirbt es leichter. Zum Einfrieren in Portionen teilen und innerhalb von 2 Wochen aufessen. Nach dem Auftauen ist die Blattstruktur etwas weicher: Es passt, es auf weißen Reis zu legen.
Zum Aufwärmen ist der Topf bei niedriger Hitze am sichersten. Ist es fest, statt Wasser 1 bis 2 EL Kokosmilch zugeben und bis zum leisen Köcheln erwärmen. In der Mikrowelle zwischendurch einmal umrühren und prüfen, dass die Mitte heiß ist. Wirkt der Duft nach dem Aufwärmen schwer, machen ein paar Tropfen Zitrone, Sudachi oder eine Zitrusfrucht anstelle von Calamansi es leichter.
Für eine Abwandlung am nächsten Tag legt man am natürlichsten etwas neben gegrillten Fisch. Für noch etwas mehr Veränderung mischt man etwa 2 EL Laing unter den Reis und legt ein Spiegelei darauf. Um dem philippinischen Hausgefühl näherzukommen, passen Säure und Kokosfülle gut zusammen, wenn man einen Rest Adobo dazulegt.
Das Menü zusammenstellen: Die kräftigen Blätter mit Säure und Gegrilltem auffangen
Laing ist kräftiger, als es aussieht. Mit Kokos, Schweinefleisch, fermentierten Garnelen und Chili wird die Tafel schwer, wenn man daneben einen ebenso kräftigen Eintopf stellt. Gedanklich ordnet man die Kombination in der Reihenfolge: weißer Reis, Gegrilltes, Säure, süßer Abschluss.
Gegrillter Fisch passt hervorragend. Gesalzen gegrillte Makrele, Stöcker oder Lachs sind in Ordnung. Mit getrockneten kleinen Fischen wie vor Ort kommt man noch näher. Die Röstnote des Fischs und das Kokos des Laing passen zusammen, und der Reis geht weg.
Soll Säure dazu, Tomate und Zwiebel dünn schneiden und mit 2 TL Essig, einer Prise Salz und etwas Zitrone anmachen. Statt eines aufwendigen Salats genügt ein wenig rot-weiße Säure am Tellerrand. An Tagen, an denen eine Suppe dazukommen soll, spült ein kleines Schälchen saures Sinigang die Schwere des Kokos weg.
Zu anderen philippinischen Gerichten beschränkt man Frittiertes auf einige Lumpiang Shanghai. An Tagen, an denen auch der große Nudelteller Pancit Canton dazukommt, macht man Laing zur Beilagenmenge. Als süßer Abschluss ist das Sapin-Sapin aus Klebreis und Kokos natürlich.
Häufige Fragen und Quellen
Wo kauft man getrocknete Taroblätter?
Im philippinischen oder asiatischen Laden oder online, mit der Suche nach „dried taro leaves“, „gabi leaves“ oder „laing leaves“. Mit dem englischen Namen geht es schneller. Nach dem Öffnen des Beutels prüfen, ob andere Blätter oder zu harte Stiele dabei sind.
Geht es mit frischen Taroblättern?
Zu Hause empfehle ich es nicht. Frische Taroblätter reizen leicht, und man muss Sorte und Vorbehandlung beurteilen. Für ein philippinisches Gericht getrocknete Blätter verwenden. Zierblätter aus dem Garten sollte man nicht zum Kochen verwenden.
Geht es ohne Bagoong?
Es geht, doch der Laing-Charakter wird schwächer. Wenn keine Krustentierallergie besteht, ist es der kürzeste Weg, wenigstens etwas Bagoong bereitzuhalten. Ersatzweise nähert man sich mit 2 TL Fischsauce, 1 EL getrockneten Garnelen und 1 TL Miso. Zu viel Miso ergibt aber einen Kokoseintopf nach japanischer Art.
Kann man es wenig scharf machen?
Ja. Nur 1 Chili nehmen und entkernen. Der für Bicol typische Duft wird schwächer, doch mit der Achse aus Kokos und Bagoong ist es eine gut essbare Hausversion. Für Schärfeliebhaber gehackte Chili oder Chiliöl in einem Schälchen bereitstellen.
Welche Garzeit bei Blattgemüse als Ersatz?
Mit Komatsuna oder Spinat behandelt man es als anderes Gericht als das mit getrockneten Taroblättern. Das Blattgemüse blanchieren, ausdrücken und nur für die letzten 10 Minuten in die Sauce geben. Bei 45 Minuten Kochzeit gehen Farbe und Duft verloren.
Quellen
- Panlasang Pinoy. "Panlasang Pinoy Laing Recipe." Updated 2026. https://panlasangpinoy.com/laing-recipe/
- Panlasang Pinoy. "Laing Recipe." Updated 2023. https://panlasangpinoy.com/laing/
- Kawaling Pinoy. "Laing." Updated 2023. https://www.kawalingpinoy.com/laing/
- Children's Hospital of Philadelphia Poison Control Center. "Plants That Irritate." https://www.chop.edu/centers-programs/poison-control-center/plants-irritate
Laing ist kein spektakuläres Gericht. Die Blätter nicht hetzen, die Kokosmilch nicht stark kochen, am Tisch etwas Salz übrig lassen. Hält man nur das ein, kommt man auch in einer gewöhnlichen Küche dem kräftigen grünen Eintopf aus Bicol nahe. Mit etwas mehr weißem Reis, gegrilltem Fisch und Zitrusfrüchten daneben löst sich die Fülle des Topfes am Tisch genau richtig auf.











